Hans-Peter Feldmann Deutschland, 1941-2023

Kunst soll nicht heilig sein - im Gegenteil. Kunst ist eine vollkommen banale Angelegenheit des Alltags für alle. 

 Hans-Peter Feldmann 

Hans-Peter Feldmann (*1941, Hilden) war ein in Düsseldorf lebender Künstler, der für seine wegweisende Rolle in der Konzeptkunst und seine besondere Auseinandersetzung mit dem Alltäglichen bekannt war. Seit den 1960er-Jahren aktiv, wurzelte Feldmanns Werk in Aneignung, Serialität und einer subtilen Erforschung der Absurditäten des Gewöhnlichen. Seine Praxis verband die formale Klarheit amerikanischer Konzeptkünstler wie John Baldessari und Richard Prince mit der reflektierenden Tiefe deutscher Zeitgenossen wie Gerhard Richter. 

Feldmanns Arbeit kreiste häufig um seine Leidenschaft für das Sammeln – von Bildern, Objekten und Geschichten des Alltäglichen und Übersehenen. Sein Leitspruch „Kunst soll nicht heilig sein – im Gegenteil. Kunst ist eine ganz banale Alltagssache für alle“ brachte seinen Ansatz auf den Punkt: Durch kuratorische Eingriffe verwandelte er gewöhnliche Dinge in Kunst. 

Zu seinen bekannten Projekten gehörte die Präsentation gebrauchter Handtaschen, die er von Frauen erwarb und mitsamt ihrem Inhalt – etwa Schlüsseln, Visitenkarten und Bankkarten – in Glasvitrinen ausstellte. Diese Serie veranschaulichte Feldmanns Fähigkeit, das Unscheinbare aufzuwerten. 

1980 stellte Feldmann seine künstlerische Produktion vorübergehend ein, zerstörte einen Großteil seiner früheren Arbeiten und zog sich aus der Kunstwelt zurück, um in Düsseldorf einen Souvenirladen zu eröffnen. Ein Jahrzehnt später nahm er seine Praxis wieder auf und bekräftigte damit seine Unabhängigkeit und konzeptuelle Strenge. 

Anerkennung fand Feldmann auch für großformatige Installationen und Interventionen, darunter seine sechs Meter hohe rosafarbene David-Skulptur (nach Michelangelo) sowie die kinetische Installation Shadow Play (Schattenspiel) auf der Biennale von Venedig 2009. Sein Werk stellte die Grenzen von Kunst und Wert infrage, wie seine Installation im Solomon R. Guggenheim Museum im Jahr 2008 zeigte, bei der er 100.000 US-Dollar in Banknoten an die Wände des Museums pinnte. 

Feldmann stellte erstmals 2005 bei Konrad Fischer aus; seine internationale Karriere erstreckte sich über mehr als vier Jahrzehnte. Zu den bedeutenden Ausstellungen zählen Einzelausstellungen im Solomon R. Guggenheim Museum (2010) und im Kunstpalast (2025–26) sowie Gruppenausstellungen im Museum of Modern Art (2017) und in der Fundació Antoni Tàpies (2001–02). Seine umfangreichen fotografischen Serien, häufig präsentiert in Form von Büchern, Plakaten und Installationen, spiegelten bis zuletzt seine lebenslange Faszination für das Sammeln visueller Kultur wider.