Eine Schlüsselfigur der Arte Povera, deren Werk die Grenzen von Materialität und Wahrnehmung herausforderte und neu definierte
Weitgehend als eine der zentralen Figuren der Arte Povera anerkannt, erweiterte Giovanni Anselmo (1934-2023) seine künstlerische Praxis kontinuierlich über die Grenzen dieser historischen Zuschreibung hinaus. Im Verlauf seiner Karriere untersuchte Anselmo das dynamische Verhältnis zwischen Natur und Kultur, dem Endlichen und dem Unendlichen, dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren. Indem er jedes Werk als lebendigen Organismus auffasste - scheinbar statisch und dennoch fortwährend in Transformation -, kehrte er häufig zu früheren Arbeiten zurück, um neue, auf Kontext, Zeit und Materialveränderungen reagierende Fassungen zu entwickeln.
Seine erste Einzelausstellung in der Konrad Fischer Galerie fand 1968 statt und markierte den Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit mit der Galerie. Seither wurde sein Werk international präsentiert, unter anderem in der Renaissance Society, Chicago (1997), im Palais des Beaux-Arts, Brüssel (2002), im Museum Kurhaus Kleve (2004), im Stedelijk Museum, Gent (2005), im Kunstmuseum Winterthur (2013), im Castello di Rivoli, Turin (2016), in der Fondazione Querini Stampalia, Venedig (2017), in der Accademia Nazionale di San Luca, Rom (2018), im Guggenheim Museum Bilbao (2024) sowie im MAXXI - National Museum of 21st Century Arts, Rom (2024).
Anselmo war zudem an bedeutenden internationalen Ausstellungen beteiligt, darunter die Biennale von Venedig 1978, 1980 und 1990 (wo ihm der Goldene Löwe für Malerei verliehen wurde) sowie die Documenta V (1972) und Documenta VII (1982), was seine Stellung als eine der einflussreichsten Künstlerpersönlichkeiten seiner Generation bestätigt.
