Bernd und Hilla Becher waren zentrale Figuren der Nachkriegsfotografie, deren wegweisende Arbeitsweise das Medium erneuerte und die zeitgenössische künstlerische Praxis nachhaltig prägte
Ihre Zusammenarbeit beginnend in den späten 1950er-Jahren entwickelten Bernd und Hilla Becher einen seriellen Ansatz, der auf objektiver Klarheit beruhte: Wassertürme, Hochöfen, Kühltürme, Fördergerüste und andere Industriearchitekturen wurden frontal, unter einheitlichen Bedingungen aufgenommen und in Typologien organisiert, die Variationen innerhalb der Wiederholung sichtbar machten. Durch ihre präzise Bildsprache und das unerschütterliche Bekenntnis zum dokumentarischen Wert der Fotografie erneuerten Bernd und Hilla Becher die Beziehung zwischen Bild, Architektur und Erinnerung und prägten sowohl die Fotografie als auch die Konzeptkunst nachhaltig.
Als Gründer und langjährige Professor:innen an der Kunstakademie Düsseldorf unterrichteten und begleiteten die Bechers zudem eine Generation einflussreicher Fotograf:innen – darunter Andreas Gursky, Candida Höfer, Thomas Ruff und Thomas Struth –, die jeweils eigene künstlerische Handschriften entwickelten und zugleich einen strengen, methodischen Ansatz übernahmen. Aus diesem Kreis von Studierenden, der unmittelbar durch die Lehrtätigkeit der Bechers geprägt wurde, entstand später jene Gruppe, die als Düsseldorfer Fotoschule bekannt wurde.
Das Werk der Bechers war Gegenstand bedeutender institutioneller Ausstellungen, darunter eine umfangreiche Retrospektive im Metropolitan Museum of Art, New York (2022), die anschließend im San Francisco Museum of Modern Art gezeigt wurde, sowie Ausstellungen in der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof, Berlin (2005) und im Centre Pompidou, Paris (2004). Darüber hinaus nahmen sie an wichtigen internationalen Ausstellungen teil, etwa an der Documenta in Kassel (2002, 1982, 1977, 1972) und der Biennale von Venedig (1990), wo sie mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurden.
Ihr Œuvre ist in bedeutenden Sammlungen weltweit vertreten, darunter der Tate Modern, London, und dem Museum of Modern Art, New York, während die SK Stiftung Kultur in Köln ihr Archiv bewahrt.
