Cordy Ryman USA, 1971

Jede Arbeit ist als eigenständige Einheit gedacht, die im Laufe der Zeit unterschiedliche Erfahrungen hervorrufen kann 

— Cordy Ryman

Cordy Ryman ist ein US-amerikanischer Künstler, dessen Praxis an der Schnittstelle von Malerei, Skulptur und Objekt angesiedelt ist. Vorwiegend mit Holz, Acrylfarbe und anderen einfachen Ateliermaterialien arbeitend, entwickelt Ryman Werke, die sich einer festen Kategorisierung entziehen und einen Zwischenraum zwischen Bild und Struktur einnehmen. Seine Arbeiten sind weder Gemälde noch Skulpturen im konventionellen Sinne, sondern konstruierte Formen, die Prozess, materielle Präsenz und physische Reaktion in den Vordergrund stellen. 

Rymans künstlerischer Ansatz basiert auf Kontinuität und Wiederholung. Über längere Zeiträume hinweg ermöglicht ein konstantes Set an Materialien und Arbeitsweisen das Entstehen subtiler Verschiebungen in Form, Rhythmus und Struktur. Seine Arbeitsweise ist intuitiv und kumulativ: Handlungen wie Befestigen, Bemalen, Schneiden, Tackern und Überarbeiten führen die Kompositionen schrittweise herbei, nicht als Ergebnis eines vorab festgelegten Plans, sondern als Folge aufeinander reagierender Entscheidungen. Die Arbeiten erscheinen dadurch offen und provisorisch und betonen Kausalität und Materialinteraktion statt Auflösung oder Abschluss. 

Muster und Wiederholung nehmen in Rymans Werk eine zentrale Rolle ein, jedoch nicht als dekorative Elemente, sondern als strukturbildende Rhythmen. Motive kehren innerhalb einzelner Arbeiten ebenso wie über Werkgruppen hinweg wieder und erzeugen Kohärenz durch Variation. In Ausstellungen treten häufig großformatige Arbeiten in Dialog mit kleineren Elementen, sodass Formen und Gesten zwischen unterschiedlichen Maßstäben und Konfigurationen zirkulieren. 

Rymans Arbeiten wurden national wie international umfassend ausgestellt, unter anderem im MoMA PS1, New York, im Contemporary Arts Museum Houston sowie im Museum of Contemporary Art, Miami. Darüber hinaus realisierte er mehrere Kunst-am-Bau-Projekte, darunter Aufträge für die Michigan State University (2013) und für das New York City Department of Education an der P.S. 11 in Queens (2017). 2006 erhielt er den Helen Foster Barnett Prize des National Academy Museum. 

Cordy Ryman lebt und arbeitet in New York.