David Douard Frankreich, 1983

Ich glaube, dass Objekte Behältnisse sind, Zeugen des Lebens, und dass meine Arbeit darin besteht, diese Objekte ihre in ihnen enthaltene Energie ausstrahlen zu lassen, ohne sie jemals einzuengen 

— David Douard

David Douard (*1983, Perpignan) lebt und arbeitet in Paris. Seine Praxis ist in der Sprache verankert, die er als veränderliches, zirkulierendes Material begreift. Ausgehend von literarischen, poetischen und volkssprachlichen Quellen – häufig geprägt durch die Bedingungen der digitalen Kultur – transformiert Douard Text in skulpturale und räumliche Formen. Sprache tritt in seiner Arbeit als etwas Instabiles und Verkörpertes auf und konfiguriert den Ausstellungsraum als hybrides, kollektives Umfeld, das von Kontamination, Fragmentierung und Affekt geprägt ist. 

Douard arbeitet vorwiegend mit Skulptur und Installation und bezieht Malerei, Text und heterogene Materialien mit ein. Er schafft Umgebungen, die provisorisch, beschädigt oder infiziert erscheinen. Seine Arbeiten erinnern häufig an prothetische Strukturen oder beeinträchtigte Körper, deren Oberflächen Spuren von Schrift, Erosion und Unterbrechung tragen. Anstatt digitale Kultur abzubilden, registriert seine Praxis deren psychologische und sprachliche Effekte und behandelt das Digitale als internalisierten Zustand und nicht als sichtbares System. 

Aus einer Generation hervorgegangen, die von vernetzter Kommunikation geprägt ist, wird Douard häufig in die Nähe post-digitaler Praktiken gerückt, bleibt dabei jedoch deutlich von deren technologischen oder bildbasierten Tendenzen unterschieden. Sein Werk wird mit Künstler*innen wie Ed Atkins, Cécile B. Evans, Helen Marten und James Richards in Verbindung gebracht, bewahrt jedoch eine konsequent skulpturale und literarische Ausrichtung. 

Douard absolvierte 2011 die École nationale supérieure des Beaux-Arts de Paris und lehrt seit 2022 an der École nationale supérieure d’arts de Paris-Cergy. Seine Arbeiten wurden international in Institutionen wie dem UCCA Dune Art Museum, Qinhuangdao; dem Museu de Serralves, Porto; dem Irish Museum of Modern Art, Dublin; dem Palais de Tokyo, Paris; dem Fridericianum, Kassel; dem Sculpture Center, New York; sowie dem Astrup Fearnley Museet, Oslo, gezeigt und waren in bedeutenden Biennalen wie der Lyon-, Taipei-, Gwangju- und Belgrad-Biennale vertreten. Von 2017 bis 2018 war er Stipendiat der Französischen Akademie in Rom, Villa Medici, und erhielt 2017 den Fondazione Ettore Fico Prize. Seine Werke befinden sich in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen, darunter das ICA Miami, das Long Museum West Bund, Shanghai, die Collection Pinault, Paris, das Musée d’Art Moderne de Paris sowie das CNAP, Paris.