...Gemälde sind keine feststehenden Bilder, sondern Aufzeichnungen eines Prozesses, der sich jenseits meiner Kontrolle fortsetzt
— Paul Czerlitzki
Paul Czerlitzki (geb. 1986 in Gdańsk) ist ein polnischer Maler, dessen konzeptuelle und prozessbasierte Praxis Dauer, materielle Akkumulation und Kontingenz in den Vordergrund stellt. Seine fortlaufende Werkserie RELAY, initiiert 2019, basiert auf dem Prinzip einer passiven Autorschaft: weiß grundierte Leinwände werden über längere Zeiträume auf dem Atelierboden platziert, wo sie luftgetragene Pigmente registrieren, die während der Herstellung anderer Arbeiten entstehen. Die so entstehenden Oberflächen sind nicht fixiert und von fragiler Beschaffenheit; Veränderungen, die durch Handhabung, Transport oder Installation hervorgerufen werden, werden als integraler Bestandteil der Werkgeschichte akzeptiert.
Czerlitzki studierte von 2009 bis 2014 an der Kunstakademie Düsseldorf als Meisterschüler von Katharina Grosse – eine Erfahrung, die sein anhaltendes Interesse an Malerei als erweiterter, räumlicher und materieller Praxis maßgeblich prägte. Sein Werk lässt sich innerhalb eines breiteren Diskurses der zeitgenössischen Malerei verorten, der sich mit Prozess, Zufall und der Umverteilung künstlerischer Kontrolle befasst, und wird häufig in Beziehung zu Künstler*innen wie Katharina Grosse, Wade Guyton und Christopher Wool diskutiert, deren Praktiken Autorschaft, Oberfläche und Produktionsbedingungen in ähnlicher Weise hinterfragen.
Czerlitzki realisierte seine erste Einzelausstellung mit der Konrad Fischer Galerie 2018 in Düsseldorf. Seither waren seine Arbeiten in bedeutenden Institutionen zu sehen, darunter die Deichtorhallen Hamburg (2020), das Kunstmuseum Bonn, die Kunstsammlungen Chemnitz sowie das Museum Wiesbaden (alle 2019).
Seine Werke befinden sich in mehreren namhaften öffentlichen und privaten Sammlungen, darunter die Bundeskunstsammlung für zeitgenössische Kunst (Deutschland), das Kunstmuseum Bonn, die Fondation CAB, Brüssel, die Sammlung Philara, Düsseldorf, sowie die Kadist Foundation, Paris.
