Guy Ben-Ner (geboren 1969 in Ramat Gan, Israel) trat Anfang der 1990er-Jahre als eine der wegweisenden Stimmen der Videokunst in Israel und darüber hinaus hervor. Nach seinem Studium an der HaMidrasha School of Art (Beit Berl College), das er 1997 mit einem B.Ed. abschloss, erwarb er 2003 einen M.F.A. an der Columbia University in New York.
Seit den frühen 2000er-Jahren gilt Ben-Ner als eine zentrale Position der zeitgenössischen bewegten Bildpraxis und ist einer Generation von Künstler*innen zuzuordnen, die konzeptuelle Stringenz mit DIY-Filmemachen und autobiografischer Performance verbinden. An der Schnittstelle von Video, Skulptur und Performance arbeitend, greifen seine Werke kunsthistorische Referenzen ebenso wie populärkulturelle Motive auf und parodieren diese auf subtile Weise. Der häusliche Raum wird dabei als ein Ort inszeniert, an dem globale Narrative von Arbeit, Migration und Konsum verhandelt, erprobt und zugleich unterlaufen werden.
Gemeinsam mit Zeitgenoss*innen wie Yael Bartana, Omer Fast und Candice Breitz gehört Ben-Ner zu einer internationalen Generation, für die Video in der Zeit nach den 1990er-Jahren zu einer primären künstlerischen Ausdrucksform wurde. Trotz unterschiedlicher Zugänge zu Narration und Politik spiegeln ihre Praktiken insgesamt eine Hinwendung zu inszenierten und selbstreflexiven Formen des Erzählens innerhalb der Bewegtbildkunst wider.
Ben-Ners Werk wurde mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt, darunter der Sandberg-Preis für israelische Kunst des Israel Museum, Jerusalem, der Givon-Preis des Tel Aviv Museum of Art, der Hauptpreis des Internationalen Kurzfilmfestivals Oberhausen sowie der Preis der KunstFilm Biennale Köln. Zudem erhielt er ein DAAD-Stipendium im Programm Künstler*innen in Berlin.
Seine Arbeiten befinden sich in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen, darunter das Museum of Modern Art, New York; das Centre Pompidou, Paris; die National Gallery of Canada, Ottawa; das Philadelphia Museum of Art; das CRAC Sète; die Kadist Art Foundation, Paris / San Francisco; sowie die Henry Art Gallery, Seattle, ebenso wie im Israel Museum, Jerusalem, und im Tel Aviv Museum of Art.
