Juergen Staack (geb. 1978, Doberlug-Kirchhain) ist ein deutscher Konzeptkünstler, dessen interdisziplinäre Praxis an der Schnittstelle von Fotografie, Klang, Sprache und Installation angesiedelt ist. Seine Arbeiten befassen sich mit den Bedingungen, unter denen Bilder, Klänge und sprachliche Systeme entstehen, übertragen und destabilisiert werden, und verorten sich innerhalb eines postkonzeptuellen Diskurses, der Wahrnehmung, Medialität und Kommunikation in technologisch geprägten Gesellschaften untersucht.
Staack studierte Fotografie an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er von konzeptuellen Ansätzen der Bildproduktion geprägt wurde, wie sie unter anderem mit Künstlern wie Thomas Ruff und Christopher Williams verbunden sind. Anstatt Fotografie als fest umrissenes Medium zu begreifen, versteht er sie als veränderbaren Prozess – einen Vorgang, der übersetzt, ausgelöscht oder in andere sinnliche Register verschoben werden kann. In seinen Arbeiten werden Bilder häufig in Klang transformiert, in Sprache codiert oder vollständig zum Verschwinden gebracht, wodurch der Fokus von der Repräsentation auf jene Strukturen gelenkt wird, die Wahrnehmung und Bedeutung rahmen.
Seit den späten 2000er-Jahren entwickelt Staack eine kontinuierliche, forschungsbasierte Auseinandersetzung mit Sprache als Marker individueller und kollektiver Identität. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf seltenen, bedrohten oder marginalisierten Sprachen, die er als kulturelle Archive versteht, geformt durch historische, politische und emotionale Prozesse. In Porträts, Klangarbeiten und Installationen wird Sprache zugleich zum Thema und zum Material und rückt Fragen von Verlust, Übersetzung und kulturellem Gedächtnis in den Vordergrund.
Staack ist Gründungsmitglied des Künstlerkollektivs FEHLSTELLE, das Interventionen im öffentlichen Raum realisiert und sein Interesse an der sozialen Dimension künstlerischer Kommunikation erweitert. Seine Arbeiten beziehen häufig Zufallsmomente und die Beteiligung des Publikums ein und fördern aktive Deutungsprozesse anstelle festgelegter Lesarten.
Einzelausstellungen seiner Arbeiten wurden unter anderem im Kunstmuseum Bonn, im Kunstverein Oldenburg sowie im Kunstverein Ruhr gezeigt. Zu den jüngeren Ausstellungen zählen UNSERDEUTSCH bei der Konrad Fischer Galerie, Berlin (2024), Untimely Resonance im Loop Alternative Art Space (2024) sowie Welt anschauen in den Kunstsammlungen Chemnitz (2024).
Werke von Juergen Staack befinden sich in öffentlichen Sammlungen wie dem Museum Folkwang und der Bundeskunstsammlung. Er wurde mit mehreren Auszeichnungen geehrt, darunter dem ars viva Preis, und nahm an internationalen Residenzprogrammen in Tokio und Seoul teil. Seit 2010 wird er von der Konrad Fischer Galerie vertreten.
Juergen Staack lebt und arbeitet in Düsseldorf.
