Die Malerei ist eine Vereinfachung der Realität, die Skulptur jedoch unternimmt diesen Versuch nicht. Der Raum ist immer vorhanden.
— Peter Buggenhout
Peter Buggenhout (geb. 1963 in Dendermonde) studierte Malerei und Installationskunst an Sint Lucas in Gent, wo er sich zunächst als Maler und Gestalter etablierte, bevor er Anfang der 1990er-Jahre seinen Fokus vollständig auf die Skulptur verlagerte.
Abkehrend von den Begrenzungen der gemalten Oberfläche entwickelte Buggenhout eine skulpturale Sprache, die in den physischen und zeitlichen Eigenschaften von Materialien verankert ist. Im Zentrum seiner Praxis steht die Transformation von „Überresten“ – Objekten und Substanzen, die in konventionellem Sinne aufgehört haben zu existieren – in autonome skulpturale Körper. In der Konsequenz widersetzen sich Buggenhout’s Arbeiten bewusst einer festgelegten Betrachtungsrichtung: Es gibt weder Vorder- noch Rückseite, sondern polydimensionale Formen, in denen alle Perspektiven gleichwertig sind.
In langfristig angelegten Werkserien, die durch jeweils spezifische Materialkonstellationen definiert sind, konstruiert Buggenhout ausgreifende, gestische Formen, die Entstehung und Zerfall verkörpern. Weggeworfene Kunststoffe, industrieller Abfall, Textilien, Staub und organisches Material verdichten sich zu Objekten, die zugleich monumental und abjekt erscheinen und normative Wahrnehmungs- und Bedeutungsrahmen herausfordern.
Buggenhout realisierte umfangreiche Einzelausstellungen u. a. im Kunstmuseum Reutlingen (2021), im Neues Museum Nürnberg (2017), im Palazzo De’ Toschi (2017) sowie im M Museum Leuven (2015); seine erste Ausstellung mit der Konrad Fischer Galerie fand 2009 in Düsseldorf statt. Seine Arbeiten waren zudem in bedeutenden internationalen Gruppenausstellungen zu sehen, darunter im WIELS, Brüssel (2020–21), bei Frieze Sculpture, London (2019), im Centre Pompidou, Paris (2017–19), in den Deichtorhallen Hamburg (2017), im Hamburger Bahnhof, Berlin (2016) sowie im MoMA PS1, New York (2013–15). Zu seinen permanenten Installationen zählen The Blind Leading the Blind im MONA, Hobart, sowie Hollow Man (mit Willem Boel) im Migratie Museum Migration, Brüssel.
Seine Werke befinden sich in bedeutenden öffentlichen Sammlungen, darunter S.M.A.K., Gent; KIASMA, Helsinki; Centre Pompidou, Paris; die Colección Jumex, Mexiko-Stadt; die Rubell Family Collection, Miami; sowie die Margulies Collection, Miami. Seine bislang jüngste Einzelausstellung wurde im Skulpturenpark Waldfrieden, Wuppertal (2025), präsentiert.
