Wolfgang Plöger Deutschland, 1971

Wolfgang Plöger (geb. 1971, Münster) arbeitet medienübergreifend mit Film, Installation, Druckerzeugnissen und Skulptur. Innerhalb dieser Praxis hinterfragt er kontinuierlich die Produktion, Zirkulation und Rezeption von Bildern. Seine Arbeiten untersuchen die sich wandelnden Bedingungen von Sichtbarkeit in der zeitgenössischen visuellen Kultur und thematisieren die verflochtenen Realitäten analoger und digitaler Systeme sowie die Art und Weise, wie Information innerhalb materieller und technologischer Strukturen erzeugt, vermittelt und unterbrochen wird. 

Gekennzeichnet durch konzeptuelle Klarheit und formale Zurückhaltung, bedienen sich Plögers Arbeiten häufig reduzierter Mittel, um komplexe Fragen der Wahrnehmung, der narrativen Struktur und des Status des Bildes zu verhandeln. Anstatt Bilder als stabile Bedeutungsträger zu begreifen, rückt er jene Prozesse in den Vordergrund, durch die Bilder entstehen und zirkulieren, und macht dabei die Kontingenzen, Wiederholungen und Leerstellen sichtbar, die den Repräsentationssystemen inhärent sind. 

Ein zentraler Werkstrang widmet sich der algorithmischen Organisation visuellen Wissens. In seinen langfristig angelegten Google Image Search-Projekten überführt Plöger die zu bestimmten Suchbegriffen generierten Bildresultate unmittelbar in analoge Formate wie gedruckte Bücher oder installative Anordnungen. Indem er auf jede redaktionelle Bearbeitung verzichtet und die vom Algorithmus vorgegebene Reihenfolge beibehält, legt er die automatisierten Logiken offen, nach denen die Suchmaschine Bilder sammelt, ordnet und wiederholt. Auf diese Weise stellt er Fragen nach Autorschaft, Indexikalität sowie nach der Konstruktion kollektiver Erinnerung und visueller Archive im digitalen Zeitalter. 

Häufig arbeitet Plöger mit Projektionstechnologien, Texten sowie transluzenten oder lichtempfindlichen Materialien und konfiguriert damit das Verhältnis von Objekt, Bild und architektonischem Raum neu. Seine Installationen können Filmstills, Bildschirme und narrative Fragmente in einen Zustand zeitlicher Verzögerung versetzen und fordern die Betrachtenden dazu auf, zwischen Lesen und Sehen, Wiedererkennen und Zweifel zu navigieren. In diesem Sinne fungieren seine Arbeiten als Wahrnehmungsexperimente, die untersuchen, wie Erinnerung und Erwartung den Akt des Sehens prägen. 

Plöger präsentierte Einzelausstellungen unter anderem im Heidelberger Kunstverein, Heidelberg (2018), bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, im Kunstverein Langenhagen (2011) sowie im Künstlerhaus Bremen (2009), ebenso wie in der Galerie Nelson-Freeman, Paris (2010). Darüber hinaus zeigte er zahlreiche Einzelausstellungen in der Konrad Fischer Galerie in Düsseldorf und Berlin sowie Präsentationen bei Georg Kargl, Wien, und der Paolo Bonzano Gallery, Rom. 

Wolfgang Plöger lebt und arbeitet in Berlin.