Alice Channer Vereinigtes Königreich, 1977

Alice Channer (geb. 1977 in Oxford) ist eine britische Bildhauerin, deren Praxis durch eine ausgeprägt sensible Hybridität zwischen dem Natürlichen und dem Gemachten geprägt ist. 

Channers künstlerische Recherche führt sie häufig in Verarbeitungsanlagen, Fabriken und andere Orte materieller und chemischer Produktion, wo sie untersucht, wie Substanzen gemischt, transformiert und „hergestellt“ werden. Dieser Fokus auf materielle Metamorphose bildet die Grundlage ihrer skulpturalen Sprache: industriell produzierte Materialien werden gedehnt, gegossen, extrudiert oder anderweitig verändert, bis sie Formen annehmen, die organisch anmuten und oftmals Assoziationen zu Flora, Fauna oder geologischen Strukturen hervorrufen.


Innerhalb ihrer Generation ist Channer einer Gruppe von Künstlerinnen zuzuordnen – darunter Edith Dekyndt sowie Praktikerinnen wie Anicka Yi und Helen Marten –, die die durchlässigen Grenzen zwischen organischen und synthetischen Welten untersuchen. Wie diese arbeitet auch sie mit einem skulpturalen Vokabular, das die Verhaltensweisen, Oberflächenqualitäten und ökologischen Resonanzen des Biologischen genau studiert und zugleich die Ästhetiken und Infrastrukturen industrieller Produktion einbezieht. Channers spezifischer Beitrag liegt in der Art und Weise, wie sie diese beiden Register ohne Hierarchie nebeneinander bestehen lässt: Das Produzierte erscheint eigentümlich belebt, das Biologische technisch durchdrungen, wodurch ein Feld entsteht, in dem materielle Transformationen größere kulturelle und ökologische Verschiebungen spiegeln.

Channers Arbeiten waren in bedeutenden internationalen Ausstellungen zu sehen, darunter die Liverpool Biennial (2021), die 55. Biennale von Venedig (2013) und Glasgow International (2010). Zudem nahm sie an wichtigen institutionellen Gruppenausstellungen teil, unter anderem in der Tate Britain, London; der Hamburger Kunsthalle, Hamburg; der Royal Academy of Arts, London; dem Yorkshire Sculpture Park; der Whitechapel Gallery, London; sowie dem Fridericianum, Kassel. Ihre bislang jüngste Einzelausstellung, MEGAFLORA, fand 2025 im Naturhistorischen Museum „Giancarlo Ligabue“ in Venedig statt.


Ihre Werke befinden sich in bedeutenden öffentlichen Sammlungen, darunter Tate, London; das Solomon R. Guggenheim Museum, New York; die Hamburger Kunsthalle, Hamburg; das Pérez Art Museum Miami; das de Young Museum, San Francisco; das Kunstmuseum Appenzell; sowie die Government Art Collection, London.