Maria Nordman USA, 1953

Maria Nordman gilt als eine der visionärsten Künstlerinnen, die aus der kalifornischen Kunstszene der 1960er- und 1970er-Jahre hervorgegangen sind. Ihre Praxis antizipiert Strategien jener Künstler:innen, die in den 1990er-Jahren hervortraten und deren Arbeiten durch die Konzentration auf unmittelbare Erfahrung sowie die Zuschreibung einer „mitautorischen Rolle“ an die Besucher:innen gekennzeichnet sind. 

Nordmans Werk basiert auf dem Zusammenspiel von Zufall, Zeit und Ort und erzeugt singuläre Erfahrungen, in denen sich die traditionellen Grenzen zwischen Betrachtenden und Produzierenden auflösen. Im Kontext der kontinuierlichen Auseinandersetzung der Galerie mit Minimal und Conceptual Art positionierte ihre erste Einzelausstellung bei der Konrad Fischer Galerie im Jahr 1977 Nordman als zentrale Figur, die eine Verbindung zwischen der Pioniergeneration der späten 1960er-Jahre und späteren Entwicklungen installativer und erfahrungsbasierter künstlerischer Praxis herstellt. Indem sie den Teilnehmenden ermöglicht, eigene Narrative zu entwickeln, betont Nordman die Unmittelbarkeit der Begegnung. Dieses konsequente Festhalten am gegenwärtigen Moment wird durch ihre bewusste Entscheidung unterstrichen, zwischen 1967 und 1987 keine Ausstellungskataloge zu produzieren und stattdessen das zu bevorzugen, was sie als einen „lebendigen Katalog im persönlichen Gedächtnis“ bezeichnete. 

Nordmans Einzelausstellungen werden häufig von spezifischen Projekten im Stadtraum begleitet. Zu ihren bedeutenden institutionellen Präsentationen zählen Ausstellungen bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (2014), im SMAK Stedelijk Museum voor Actuele Kunst, Gent (2013), sowie im Los Angeles County Museum of Art (2011–12). Weitere wichtige Stationen waren MAMCO, Genf (2009), UNESCO Zeche Zollverein, Essen (2009), die Fundação de Serralves, Porto (2007), sowie ein Projekt bei der Dia Art Foundation und im Central Park, New York (1990–91). 

Ihre kunsthistorische Bedeutung spiegelt sich in der Teilnahme an drei aufeinanderfolgenden Ausgaben der documenta (1977, 1982, 1987) sowie in ihrer zweimaligen Beteiligung an den Skulptur Projekten Münster (1987, 1997) wider. Jüngst war ihre Arbeit in der Momentum 11 Biennale in Norwegen (2021) vertreten. 2015 wurden drei Arbeiten aus der Serie Standing Pictures & The Whisper in der Ausstellung Event Sculpture am Henry Moore Institute in Leeds gezeigt. Weitere jüngere Gruppenausstellungen fanden unter anderem im Museu de Arte Contemporânea, Porto (2015), im Musée d’Art Moderne et Contemporain, Genf (2015), sowie im Museum of Contemporary Art, Los Angeles (2011, 2012), statt. 

Maria Nordman lebt und arbeitet derzeit in Los Angeles, USA.