Ich möchte, dass meine Gemälde abstrakt, direkt, urban, elementar, bescheiden, rein, einfach, still, ehrlich und absolut sind
— Alan Charlton
Der britische Maler Alan Charlton trat Anfang der 1970er-Jahre zu einem Zeitpunkt hervor, als Minimalismus, Post-Minimalismus und Hard-Edge-Abstraktion die Möglichkeiten von Malerei und Skulptur neu definierten. Sein Werk steht in Resonanz mit der formalen Klarheit von Künstlern wie Ellsworth Kelly sowie mit den modularen, materialbewussten Untersuchungen, die den amerikanischen und europäischen Minimalismus prägten.
Innerhalb dieses Kontexts entwickelte Charlton eine singuläre Position, die durch äußerste Präzision, disziplinierte Zurückhaltung und ein konsequentes Bekenntnis zum skulpturalen Potenzial der gemalten Oberfläche gekennzeichnet ist. Vor diesem Hintergrund traf er auch die wegweisende Entscheidung, ausschließlich mit der Farbe Grau zu arbeiten – eine Wahl, die seine Praxis seit mehr als fünf Jahrzehnten bestimmt.
Anstatt als neutrale Abwesenheit zu fungieren, wurde Grau für ihn zu einem reichen Instrument, zu einem Mittel der Untersuchung von Körperlichkeit, Tonalität und Oberfläche jenseits chromatischer Ablenkung. Parallel zu dieser chromatischen Disziplin bedient sich Charlton eines charakteristischen Formenvokabulars – Module, Einkerbungen, Kreuze und andere geometrische Artikulationen –, das seine Arbeit sowohl mit der minimalistischen Skulptur als auch mit der Malerei verbindet. Diese strukturellen Eingriffe aktivieren die streng kontrollierten Oberflächen der Gemälde und ermöglichen die Entfaltung von Rhythmus durch subtile Verschiebungen, Wiederholungen und das Spiel des Lichts über dem Relief.
Alan Charlton wurde 1948 in Sheffield geboren und studierte an der Sheffield School of Art, der Camberwell School of Art sowie an den Royal Academy Schools in London. Wichtige Einzelausstellungen fanden unter anderem im Museum Kurhaus Kleve (2008) und im Stedelijk Museum Amsterdam (2001) statt. Seine erste Einzelausstellung bei der Konrad Fischer Galerie in Düsseldorf realisierte Charlton 1972. Im selben Jahr präsentierte die Whitechapel Gallery, London, seine erste institutionelle Einzelausstellung – ein prägender Moment, der sein Werk einem breiteren Publikum bekannt machte. Darüber hinaus nahm er an bedeutenden Gruppenausstellungen teil, insbesondere an der documenta 7 in Kassel (1982). Seine Arbeiten wurden zudem in Institutionen wie dem Solomon R. Guggenheim Museum, New York, und dem Van Abbemuseum, Eindhoven, gezeigt.
Charltons Werke befinden sich in zahlreichen öffentlichen Sammlungen, darunter die ARCO Foundation Collection; das Espace de l’Art Concret, Mouans-Sartoux; FNAC + CNAP Fonds national d’art contemporain, Paris; die Hall Art Foundation, Museum Schloss Derneburg; das MuHKA – Museum of Contemporary Art Antwerp; das Museu Berardo, Lissabon; das Trevi Flash Art Museum, Italien; sowie das ZKM | Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe.
Er lebt und arbeitet in England.
