Melissa Kretschmer (geb. 1962, Santa Monica, Kalifornien; lebt und arbeitet in New York) arbeitet an der Schnittstelle von Malerei und Skulptur. Ihre künstlerische Praxis basiert auf einer langjährigen, konsequenten Untersuchung von Materialien und deren inhärenten Strukturen. Seit über fünfundzwanzig Jahren erforscht sie die subtilen Beziehungen zwischen einzelnen Werkstoffen und richtet den Blick auf das transformative Potenzial, das aus ihrer Kombination entsteht.
Kretschmers Arbeitsprozess ist ebenso konstruktiv wie malerisch. Ihre Werke entstehen durch den schichtweisen Aufbau von Sperrholz, Pergament und aufeinanderfolgenden Lagen von Gesso, wodurch individuell gefertigte Bildträger entstehen, die häufig durch sanfte, opak-weiße Tonwerte zusammengehalten werden. Mit holzverarbeitenden Werkzeugen schneidet sie feine Reliefs und Risse in die Oberfläche und lagert Bienenwachs in diese Einschnitte ein. Auf diese Weise entsteht eine differenzierte Verschränkung von Vordergrund, Hintergrund und Bildkante, wodurch die Arbeiten zugleich als Malereien und als Objekte mit räumlich erfahrbarer, skulpturaler Tiefe wahrgenommen werden können.
Obwohl sie sich nicht als Koloristin versteht, orchestriert Kretschmer ein komplexes Zusammenspiel von Texturen und Oberflächen, in dem Transparenz, Transluzenz, Opazität und Flüssigkeit eine zentrale Rolle spielen. Licht fungiert dabei als aktives Element und tritt in eine wechselseitige Beziehung mit dem Material. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt, unter anderem im MoMA PS1, im Centre Pompidou sowie im Miami Art Museum.
Seit ihrer ersten Einzelausstellung im Jahr 2005 arbeitet Kretschmer kontinuierlich mit der Konrad Fischer Galerie zusammen. Ihre Werke befinden sich in zahlreichen öffentlichen Sammlungen, darunter das Wadsworth Atheneum, Hartford; Allianz, Berlin; das Centre Pompidou, Paris; die University of California, Los Angeles; FNAC, Paris; sowie das Fogg Art Museum der Harvard University, Cambridge, Massachusetts.
