Tony Cragg Vereinigtes Königreich, 1949

Skulptur ist kein Abbild von etwas; sie ist etwas an sich selbst

 
 Tony Cragg

Tony Cragg (geb. 1949 in Liverpool) ist ein britischer Bildhauer, dessen Praxis von einer kontinuierlichen Untersuchung von Form, Figuration und materieller Transformation geprägt ist. Seine Skulpturen erforschen, wie neue Formen aus dem Zusammenspiel von Material, Prozess und Wahrnehmung entstehen, und bieten skulpturale Interpretationen von Strukturen, die sowohl dem organischen Leben als auch wissenschaftlichen Bildwelten und der hergestellten Umwelt entlehnt sind. In seinem Werk untersucht Cragg grundlegende Beziehungen zwischen Körper, Objekt und Raum und entwickelt dabei eine formale Sprache, die zugleich weit gefasst und in sich kohärent ist. 

Cragg studierte am Gloucestershire College of Art and Design sowie an der Wimbledon School of Art, bevor er seine Ausbildung am Royal College of Art in London abschloss. Vor seinem formalen Kunststudium arbeitete er als Labortechniker in der biochemischen Forschung – eine Erfahrung, die sein anhaltendes Interesse an Struktur, Prozess und Transformation nachhaltig prägte. Seine frühen Arbeiten entstanden im Dialog mit Minimal Art und Land Art und bezogen häufig gefundene Materialien ein; im Laufe der Zeit wandte er sich einer breiten Palette skulpturaler Medien zu, darunter Stein, Eisen, Glas und Bronze. Seit den späten 1970er-Jahren entwickelte er eine umfangreiche und kontinuierliche internationale Ausstellungstätigkeit. 

Cragg vertrat Großbritannien auf der 43. Biennale von Venedig im Jahr 1988, im selben Jahr, in dem ihm der Turner Prize verliehen wurde. Sein Beitrag zur zeitgenössischen Skulptur wurde darüber hinaus 2007 mit dem Praemium Imperiale für Skulptur gewürdigt. Seine Arbeiten waren zudem auf der documenta in Kassel sowie auf der Biennale von São Paulo und der Biennale von Sydney zu sehen. 

Bedeutende Einzelausstellungen fanden in jüngerer Zeit unter anderem im Musée du Louvre, Paris; in der Staatlichen Eremitage, Sankt Petersburg; im CAFA Art Museum, Peking; sowie im Tehran Museum of Contemporary Art statt. Seine Skulpturen wurden zudem in herausragenden Außen- und öffentlichen Kontexten präsentiert, insbesondere in den Boboli-Gärten in Florenz und im Yorkshire Sculpture Park, Großbritannien. 

Craggs Werke befinden sich in bedeutenden öffentlichen Sammlungen weltweit, darunter Tate, London; das Museum of Modern Art, New York; das Centre Pompidou, Paris; das Guggenheim Museum, New York; das Städel Museum, Frankfurt; das Museum Ludwig, Köln; die National Gallery of Art, Washington, D.C.; das Art Institute of Chicago; sowie das National Museum of Modern Art, Tokio. 

Tony Cragg lebt und arbeitet in Wuppertal, Deutschland.