Zeitgleich mit der Retrospektive im Kunstpalast Düsseldorf Hans-Peter Feldmann - Kunstausstellung präsentiert die Konrad Fischer Galerie eine Einzelausstellung des Künstlers. Hans-Peter Feldmann wurde 1941 in Hilden geboren, bis zu seinem Tod 2023 lebte und arbeitete er in Düsseldorf. Wir freuen uns sehr, mit dieser Einzelpräsentation die 30-jährige vertrauensvolle Zusammenarbeit nun mit dem Estate fortzuführen.
Feldmann blieb zeitlebens ein Solitär, der dem Kunstbetrieb mit kühler Distanz begegnete. Grundlage seines Ansatzes war das ‚einfache Schauen', eine allen zugängliche Fähigkeit, die zum Reflexionsmoment wird.
Feldmann nutzte die Kunst als erkenntnistheoretischen Raum, um sichtbar zu machen, wie unsere Wahrnehmung funktioniert - wie wir sehen, was wir wissen und was wir als ‚wirklich' betrachten. In Ausstellungen wie auch in seinen Künstlerbüchern reduzierte er seine Werke radikal auf das Wesentliche: Farbe auf Papier, meist ohne Rahmen oder Glas. Diese formale Einfachheit lenkt den Blick weg von den Konventionen des Kunstbetriebs und ihren Hierarchien hin zum Motiv selbst. Dabei wird deutlich, wie stark die Wirkung eines Bildes vom Kontext seiner Präsentation abhängt.
Anstelle des Originals bevorzugte er das Arbeiten mit unlimitierten und unsignierten Druckerzeugnissen. Die Wahl seiner Materialien - einfach, kostengünstig und vergänglich - war eine gezielte Strategie, um der etablierten Logik des Kunstsystems etwas entgegenzusetzen. In seinen Händen wurde das Bild nicht primär zur Handelsware, sondern bewahrte sich seinen Status als Gegenstand der Reflexion.
Feldmann Haltung war bewusst unspektakulär. Kunst entsteht durch aufmerksames Schauen, nicht durch Genialität. Denn die Welt war für ihn bereits voller Bedeutung - es braucht keinen künstlerischen Eingriff, sondern allein einen veränderten Blick. Nicht das Objekt ist einzigartig, sondern der Moment des Sehens. Diese erkenntnistheoretische Haltung verweigert sich essentialistischen Wahrheitsvorstellungen: Was wir sehen, ist nicht das, was ist, sondern das was wir zu sehen bereit sind.
Er forderte auf, scheinbar vertraute Bilder aufmerksam neu zu betrachten und die eigenen Wahrnehmungsmuster zu überprüfen. Seine Kunst ist weniger auf ästhetische Originalität ausgerichtet als auf das Sichtbarmachen vermeintlicher Gewissheiten. Ihre radikalste Botschaft ist vielleicht: Alles ist schon da - man muss nur genau hinschauen.
– Lynn Kost
Der Kunstpalast zeigt Hans-Peter Feldmann. Kunstausstellung vom 18. 9. 2025 bis zum 11. 1. 2026. Weitere Station der Ausstellung wird Anfang 2027 das Kunst Museum Winterthur sein.
Fotos © Achim Kukulies
