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Edith Dekyndt
Animal Methods, Berlin, 13 September - 16 November 2024
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Edith Dekyndt: Animal Methods

Vergangen exhibition
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Edith Dekyndt, Animal Methods

Konrad Fischer Galerie freut sich Animal Methods, die dritte Einzelausstellung von Edith Dekyndt in der Galerie präsentieren zu dürfen.

 

Im Mittelpunkt der künstlerischen Praxis von Edith Dekyndt stehen im weitesten Sinne die Begriffe Koaleszenz und Reibung. Mit kleinen Gesten, die in ihren Werken auf größere Sachverhalte und Themen verweisen, demonstriert Dekyndt eine Faszination für die oft unergründlichen Kräfte der Natur, während sie gleichzeitig das Kommen und Gehen des Menschen im Laufe der Zeit sowie seine Macht zum Eingreifen auf diese sichtbar macht. Ihre Arbeit lenkt die Aufmerksamkeit häufig auf alle Formen von Energien, Kräften sowie auf natürliche und chemische Prozesse, die uns umgeben, die wir jedoch bei der Ausfu?hrung der Routinen, die unser tägliches Leben ausmachen, tendenziell übersehen, ignorieren oder vergessen. Sie experimentiert mit solchen Transformations- prozessen und gelangt dabei zu unerwarteten poetischen Ergebnissen.

 

In Animal Methods präsentiert Dekyndt einen neue Gruppe von Arbeiten, anhand derer sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Tieren und Menschen untersucht, oder, genauer gesagt, animalische Wesensmerkmale des Menschen und Verhaltensweisen von Tieren. Mit den Werken reflektiert Dekyndt, dass Gewalt im Tierreich hauptsächlich zum Schutz eines kleinen Stücks Territorium oder zur Ernährung dient, im Gegensatz zu offensiven Eigenschaften des Menschen.

 

Im Video Animal Methods, dem die Ausstellung ihren Titel verdankt, werden abgeworfene Häute von Giftschlangen wie eine Flagge in den Wind gehalten, wobei Symbole der Erneuerung, von Haut und vielleicht der Variante einer weißen Flagge, Symbol kommenden Friedens, miteinander kombiniert werden. Eine Schlange verwendet ihr Gift nur, wenn sie bedroht oder angegriffen wird. Die sanften Bewegungen der Schlangenhaut im Video wirken meditativ, während die Hand nach einer Weile subtil zu zittern beginnt, als würde sie darauf verweisen, wie ausdauernd es offenbar ist, Frieden aufrechtzuerhalten.

 

Verweise auf Toxizität und die Verwendung toxischer Materialien finden sich immer wieder in der Ausstellung. Für Green of Schweinfurt (2024) hat Dekyndt einen großen Vorhang in einen grünen Farbstoff getaucht, der einem mit Arsen hergestellten Pigment ähnelt. Im 19. Jahrhundert kamen arsenhaltige Grüntöne für allerlei Zwecke in Mode: zum Färben von Kleidern, zum Bemalen von Wänden oder bei der Herstellung von Tapeten sowie als Ölfarbe für Künstler. Nachdem die Folgen des hochgiftigen chemischen Elements nach und nach bekannt wurden, verzichtete man auf seine Verwendung. Die zentrale Position der Arbeit in der Ausstellung und der Verweis auf arsenhaltige Pigmente können als Hinweis auf die Nähe von Toxizität auf mehreren Ebenen gesehen werden, die entweder offensichtlich oder latent präsent sind. Zahlreiche weitere Werke der Ausstellung spielen auf historische Persönlichkeiten oder fiktive Charaktere an, wie etwa Laertes, König Claudius und Cymbeline, die vergiftet wurden oder andere vergiftet haben.

Die drohende Präsenz oder potenzielle Gefahr einer Vergiftung ist auch Gegenstand von Phantom Thread, The Sixth Sense, Romeo und Imogen. Das Leder, aus dem die Arbeiten hautsächlich bestehen, wurde mit Alaunstein behandelt, der bei Einnahme giftig sein kann. Nachdenklich stimmt auch das Betrachten der Oberflächen dieser Werke und der Risse im Leder - einem Material, das einst die Haut eines Tieres war. Die Risse werden mit einer großen Anzahl von Nägeln sorgfältig wieder zusammengeheftet, wodurch eine Spannung entsteht, die auf die Anstrengung verweist, die nötig ist, um eine Oberfläche, einen Stoff, einen Anschein oder eine Situation zu erhalten.

 

Die Werke Langhian (Zwenkau) und Conician (Dordognia) bestehen großtenteils aus versteinertem Holz - einem Baum oder einer baumähnlichen Pflanze, die durch einen Mineralisierungsprozess zu Stein wurde. Das Fossil kann Millionen von Jahren alt sein und bildet gewissermaßen eine 3D-Darstellung des ursprünglichen organischen Materials. Fasziniert von diesem Prozess erweiterte Dekyndt, in Kollaboration mit UNFOLD*, die äußeren Schichten der versteinerten Holzstücke. Für Langhian (Zwenkau), von dem im Laufe der Zeit kleinere Teile abgeschnitten wurden oder sich abgenutzten, verwendete die Künstlerin KI, um ein Modell zu erstellen, wie es als vollständiges prähistorisches Stück ausgesehen haben könnte. Anschließend druckte sie diese Schicht mit einem auf Kaffee basierenden Material im 3D-Druckverfahren und applizierte diese auf das Ausgangsmaterial. Conician (Dordognia) wurde mit einer im gleichen Verfahren gedruckten Schicht aus hybriden Metallmaterial veredelt, das Wasser oder Quecksilber ähnelt. Auf diese Weise imaginiert Dekyndt, wie die Stücke aussehen würden, wenn sie vollständiger oder besser konserviert wären beziehungsweise sich weiterentwickelt hätten, als Hommage an all die Dinge, die verloren gegangen sind, noch nicht vollzogen wurden oder unvollendet geblieben sind.

 

Ein Schlüsselkonzept zum Verständnis von Dekyndts Werk liegt im Begriff von Handlungsfähigkeit, die in den Bewegungen und Aktionen des Performers während des Eröffnungswochenendes von Animal Methods offensichtlich wird. Sich animalisch und doch elegant durch den Raum bewegend, kaut er Obst und Gemüse, das je nach Zubereitung ungenießbar oder sogar giftig sein kann. In seinem Mund verwandelt es sich in eine Paste, die er dann auf die transparenten Glasoberflächen der Vitrinen spuckt und so mit Gefühlen der Anziehung, Abstoßung, Furcht und Abneigung spielt. Dekyndt wirft hier Fragen darüber auf, was für Menschen und Tiere als genießbar oder ungenießbar gilt, wie beide Spezies beurteilen, welche Arten von Nahrung gefährlich oder sicher sind, und wie beide kulturell oder taxonomisch entsprechend ihrer Ernährung kategorisiert werden, womit sie letztlich die Frage stellt, welche Art von Sitten und Bräuchen von Menschen und Tieren wir für akzeptabel halten oder nicht.

 

Text: Léon Kruijswijk, Kurator am KW Institute for Contemporary Art 

 


 

Edith Dekyndt, geboren 1960 in Ieper, Belgien, war 2015 Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Sie lebt und arbeitet in Brüssel. Ihr Werk wurde international im BOZAR und im WIELS in Brüssel, im Le Consortium in Dijon, auf der Moskauer Biennale 2013, im MoMA Museum of Modern Art in New York, im Witte de With in Rotterdam und im KW Institute for Contemporary Art in Berlin und im Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz gezeigt. 2017 nahm sie an der von Christine Macel kuratierten 57. Biennale von Venedig teil, 2020 an der Riga International Biennial of Contemporary Art. Im vergangenen Jahr zeigte die Pinault Collection sie eine große Einzelausstellung in der Bourse de Commerce, Paris. Bis zum 27. Oktober 2024 sind ihre Arbeiten in der Fondation CAB in Saint-Paul-de-Vence zu sehen. *UNFOLD Design Studio von Claire Warnier und Dries Verbruggen

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