Mit den aktuellen Arbeiten - Filminstallationen und großformatigen Siebdrucken - von Wolfgang Plöger präsentiert die Konrad Fischer Galerie die sechste Einzelausstellung des in Berlin lebenden Künstlers.
Bereits seit Beginn seiner Karriere setzt sich Wolfgang Plöger mit dem US-amerikanischen Prison Industrial Complex als Zusammenspiel von Justizsystem, Gefängnisindustrie und wirtschaftlichen Interessen kritisch auseinander. Das System der Ausbeutung von Strafgefangenen reicht zurück bis in das 17. Jahrhundert. Als erstes vormodernes Gefängnis praktizierte das Rasphuis in Amsterdam diese Form der Zwangsarbeit, hier speziell zur Herstellung des seltenen Farbstoffs Brazilin (heute technisch: Natural Red 24) aus Rotholz (Pau Brazil). Der Rohstoff aus den Mata Atlântica-Küstenregenwäldern diente den portugiesischen Kolonialherren zugleich als Namensgeber für das Land Brasilien (braza bedeutet glutrot). Aus Resten des heute nahezu als ausgestorben geltenden Gehölzes extrahiert Wolfgang Plöger mittels Säuren und Laugen die Farben für seine großformatigen Siebdrucke.
In seinen Filminstallationen thematisiert der Künstler die Todesstrafe in amerikanischen Gefängnissen und die letzten Sätze von zum Tode verurteilten Strafgefangenen. Die last statements druckt der Künstler auf 16mm-Blankfilm und lässt diese über Rollen durch den Ausstellungsraum laufen. Die Projektionen zeigen ein eher graues Bildrauschen, der Text ist jeweils nur direkt auf dem Filmmaterial entzifferbar. Dazu zeigt Wolfgang Plöger Materialien und Publikationen zum Thema Prison Industrial Complex.
Wolfgang Plöger beschäftigt sich zudem seit mehr als 20 Jahren mit digitalen Bildern und deren Erzeugung, Verfügbarkeit und Verbreitung. Er erforscht so die performative Ebene der Bilder, auf der die jeweiligen Technologien, vom Druck bis hin zur Distribution, die Wirkung der bildlichen Information maßgeblich bestimmen.
Seine Arbeiten wurden u.a. in Wien (fjk3 - Raum für zeitgenössische Kunst), in Dresden (Staatliche Kunstsammlungen, Kupferstichkabinett), in Den Haag (West Den Haag), im Art Institute Chicago, in New York (ICP - International Center of Photography), im Heidelberger Kunstverein, dem Künstlerhaus Bremen, in Frankfurt am Main (MMK Museum für moderne Kunst) und in Düsseldorf (Weltkunstzimmer) gezeigt.
