Zum ersten Todestag von Carl Andre möchte die Konrad Fischer Galerie mit einer umfassenden Memorial Ausstellung seines großartigen Werkes gedenken.
Im Oktober 1967 eröffneten Dorothee und Konrad Fischer in der Düsseldorfer Altstadt ihren Galerieraum Ausstellungen bei Konrad Fischer. Als erstes zeigten sie den amerikanischen Künstler Carl Andre. Für Andre war es seine erste europäische Einzelausstellung. In Düsseldorf legte er 100 Stahlplatten, je 50 x 50 cm, zu einem langgezogenen Rechteck zusammen. Das 5 x 20 Altstadt Rectangle füllte den gesamten Raum aus und zwang die Besucher zum Betreten des Werkes, eine damals neue Erfahrung.
Andre hat den Blick auf Skulptur grundlegend verändert. Er entwickelte seine Bodenskulpturen vor Ort aus industriellen Materialien wie Metall, Holz, Stein. „I am not a studio artist, I am a location artist." Der künstlerische Eingriff besteht in der seriellen Anordnung des Materials im Raum, ohne dabei die Werkstoffe selbst bildhauerisch zu bearbeiten. Unter Einbeziehung des sie umgebenden Raums wird die Skulptur selbst zum Raum, Sculpture as Place.
Heute blickt die Konrad Fischer Galerie auf eine über 50jährige intensive Zusammenarbeit und tiefe Freundschaft mit Carl Andre zurück, die sich nach seinem Tod mit dem Estate fortsetzt. Im Januar jährt sich sein Todestag zum ersten Mal und wir möchten mit dieser Ausstellung an ihn erinnern. Die Ausstellung zeigt Werke aus fünf Jahrzehnten und gibt einen Einblick in die Vielfalt der Materialien, wie Holz, Stahl, Dolomit, Graphit, Basalt, Belgian Blue Limestone.
Die Gedichte von Carl Andre nehmen bereits seit den 50er Jahren einen bedeutenden Platz in seinem Werk ein, die Ausstellung zeigt einige seiner mit Schreibmaschine verfassten Poems aus den 70er Jahren. Auch hier treten die einzelnen Wörter in einen räumlichen Bezug zueinander und zum Betrachter.
Andres Werk wurde in zahlreichen wichtigen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, zuletzt 2024 im Kawamura Memorial Dic Museum of Art, Sakura/Japan, 2023 Project Carl Andre, Umi Hall Daegu Art Museum, Daegu, Korea und in einer Retrospektive des Dia:Beacon Beacon, NY (2014 - 2016), die auch im Museo Reina Sofia, Madrid, im Hamburger Bahnhof, Berlin, im Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris und im Museum of Contemporary Art, Los Angeles, zu sehen waren. Seine Werke befinden sich u.a. in öffentlichen Sammlungen wie der Dia Art Foundation New York, dem Museum of Modern Art, New York, dem Hara Museum of Contemporary Art, Tokio, dem Stedelijk Museum, Amsterdam, der Tate Modern, London, und dem Centre Georges Pompidou, Paris und dem Ludwig Museum, Köln.
