Die Konrad Fischer Galerie Berlin freut sich, die Einzelausstellung „Grigi che si alleggeriscono mentre la terra si orienta - Greys Becoming Lighter while Earth Finds Its Bearing“ von Giovanni Anselmo zu präsentieren.
Konrad Fischer stellte Giovanni Anselmo erstmals 1968 in der Gruppenausstellung Prospect ’68 in der Kunsthalle Düsseldorf aus, dann als Einzelpräsentation 1974 in der Galleria Sperone Fischer, einer Kollaboration mit dem Turiner Galeristen Gian Enzo Sperone. Seitdem ist Giovanni Anselmo, neben anderen Künstlern der Arte Povera, Jannis Kounellis, Mario Merz und Giuseppe Penone, eng mit der Galerie verbunden. Der von Germano Celant 1967 eingeführte Begriff „Arte Povera“ beschreibt eine Kunstrichtung, die seit Mitte der 1960er Jahre die Kunst radikal erneuert hat in ihrer Abkehr von traditionellen Formen der Skulptur und des Tafelbildes und einer Hinwendung zu neuen armen und natürlichen Materialien.
Giovanni Anselmos künstlerisches Schaffen vereint einen sowohl physikalischen als auch poetischen Umgang mit der Natur, wie in unserer Ausstellung durch die Verwendung von Granitblöcken und einer Kompassnadel: Materialien und Objekte, die Anselmo als Bedeutungsträger nutzt, um unsichtbare Energien wie Schwerkraft, Gravitation und, damit einhergehend, die Bestimmung und Verortung der Arbeit innerhalb des Erdmagnetfelds zu visualisieren.
Bis zu 400kg schwere Granitblöcke hängt der Künstler möglichst hoch in den Raum, mit dem Wissen um das physikalische Gesetz, dass ein Körper, der sich vom Zentrum der Erde entfernt, an Gewicht abnimmt, also ein wenig leichter wird. Der sich selbst verschließende Laufknoten des Stahlseils verweist auf die Schwerkraft. Gleichzeitig versteht Anselmo den Granit selbst als Malmittel. Statt herkömmlicher Malfarben, die durch Zugabe von Weiß aufgehellt werden, ändert sich, im übertragenen Sinne, die Farbe der Steine je höher sie hängen, scheint „leicher“, heller. Die nach Norden zeigende Magnetnadel bezeugt sowohl die Kraft des irdischen Magnetfeldes und suggeriert eine Ausrichtung des Werks in Einklang mit dem es umgebenden Raum.
Giovanni Anselmo (*1934) lebt und arbeitet in Turin. 2013 richtete das Kunstmuseum Winterthur dem Künstler eine umfassende Retrospektive aus. Weitere bedeutende Einzelausstellungen fanden u.a. im Castello di Rivoli, Turin (2016) statt, im SMAK in Gent (2005), im Museum Kurhaus Kleve (2004), im Palais des Beaux-Arts, Brüssel (2002) und der Renaissance Society, Chicago (1997). Schon 1990 wurde Giovanni Anselmo mit dem dem Goldenen Löwen der Biennale in Venedig ausgezeichnet. Seine Arbeiten befinden sich u.a. in den Sammlungen des MoMA Museum of Modern Art in New York, der National Gallery in Washington D.C., des SFMOMA San Francisco Museum of Modern Art, des Kröller Müller Museums, des Castello di Rivoli in Turin, der Staatsgalerie Stuttgart, der TATE Modern, des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, der Sammlung Goetz, der Fondation Louis Vuitton und der Pinault Collection.
