Wir freuen uns, die erste Einzelausstellung von Candida Höfer in der Konrad Fischer Galerie Berlin anzukündigen. Im Zentrum stehen Fotografien von zwei Berliner Institutionen: der Neuen Nationalgalerie und der Komischen Oper. Ergänzt wird die Ausstellung durch Aufnahmen aus dem Italienischen Pegognaga und aus Köln.
Die Fotografien der ikonischen Neuen Nationalgalerie tragen Höfers klassische Handschrift und zeigen faszinierende Perspektiven und Einblicke in das 1968 von Ludwig Mies van der Rohe erbaute Museum. Im Portrait des Gebäudes entfalten sich eindrückliche Kompositionen der gläsernen Oberen Halle, neben Innenansichten von lichtdurchfluteten Räumen und architektonischen Details.
Auch die Komische Oper Berlin wird in der für Höfer typischen Zentralperspektive portraitiert. In den Werken fokussiert sich die Künstlerin weitgehend auf den prachtvollen, neobarocken Innenraum, der nach dem Zweiten Weltkrieg größtenteils unzerstört blieb und im starken Kontrast zur sachlichen Fassade aus den 1960er Jahren steht.
Die Gebäude in Höfers Fotografien bleiben dabei menschenleer. Die Abwesenheit konzentriert den Blick auf das Wesentliche des Raumes: Was Raum für Menschen bedeutet und welche Wirkungen er hervorruft.
In „Trees Pegognaga“ verlagert sich die Perspektive auf den geordneten Außenraum. Die kulturelle Prägung des natürlichen Raumes wird im harmonischen Zusammenspiel von Bäumen, Wegen und Fassaden verdeutlicht.
Eine gänzlich neue Werkgruppe bilden die in Köln aufgenommenen Glühbirnen. Die klaren Kompositionen werden durch improvisierte Halterungen und Verkabelungen der Lampen gelockert. Wie schon in den Details von Leuchtmitteln der Neuen Nationalgalerie und Komischen Oper werden wir daran erinnert, wie Licht die Atmosphäre und Wahrnehmung von Räumen beeinflusst, und wie zugleich die Lichtquellen ihre eigenen, gelegentlich eigentümlichen Anordnungen behaupten.
Candida Höfer wurde 1944 in Eberswalde geboren. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Köln.
Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzelausstellungen gezeigt, u.a. zuletzt im Kunstmuseum Liechtenstein und der Hilti Art Foundation, Vaduz (2022-2023) und im Museum für Fotografie, Berlin (2022).
Candida Höfer nahm 2002 an der Documenta11 teil und vertrat Deutschland, gemeinsam mit Martin Kippenberger, auf der Venedig Biennale 2003.
Höfers Werke befinden sich in bedeutenden Museen und Sammlungen weltweit, u.a. im Museum of Modern Art, New York; The J. Paul Getty Museum, Los Angeles; Tate Modern, London; Centre Pompidou, Paris; Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid; Museum Folkwang, Essen; Kunsthalle Hamburg; und Kunsthalle Basel.
