Wir freuen uns, die Einzelausstellung von Paloma Varga Weisz Wilde Leute (Wild Bunch) in der Konrad Fischer Galerie Berlin anzukündigen. Die Ausstellung zeigt neue skulpturale Arbeiten aus Bronze und Holz sowie eine Auswahl an Zeichnungen und Aquarellen.
Die Schau empfängt die Besucher mit einer Gruppe großformatiger Bronzeskulpturen, die an ein traditionelles, aber eigenartiges Familienporträt erinnern: fremdartig anmutende Gestalten, androgyn wirkende Personen mit Tierohren, inspiriert von mittelalterlichen Volkserzählungen und verstanden als Symbol für den ursprünglichen Zustand des Menschen, frei von sozialen Zwängen und im Einklang mit der Natur lebend. Die männliche Figur kniet auf dem Boden, der weibliche Körper ruht entspannt neben ihm, während beide das Kind betrachten.
Seit Beginn ihrer künstlerischen Tätigkeit suchte Paloma Varga Weisz eine Distanzierung von der Idee verfesteter Identitäten und starrer Rollenbilder. Auch hier sollte man nicht die traditionellen Interpretationen Vater = männlich, Mutter = weiblich in den Vordergrund stellen, sondern vielmehr die eigenständige skulpturale Präsenz betonen. Alle drei Skulpturen befinden sich im Gleichgewicht hinsichtlich Bedeutung und Präsenz. Während ihre Gesichter sehr zart und glatt wirken, verwischen die Körperkonturen und erscheinen beim Umrunden durch den Betrachter zunehmend abstrakter.
Im Obergeschoss wird die Idee der „Wilden Leute" weitergeführt. Etwas kleinere Skulpturen aus Lindenholz variieren das Thema als Einzelfiguren und in Gruppen. Die Oberflächen sind entweder naturbelassen, polimentvergoldet oder mit Silber bzw. Kupfer überzogen.
Das symbolische Universum und die Themen der Arbeiten von Paloma Varga Weisz basieren auf ihrem persönlichen Leben und ihren Erfahrungen in einer häuslichen, familiären Situation. Eine umfangreiche Auswahl an Aquarellen aus den Jahren 1993 bis 2023 gewährt Einblick in ihre künstlerische Welt. Porträts von ihr selbst, ihrer Familie und Freunden verschmelzen mit Skizzen von Tieren und stets neugierigen Wesen und vervollständigen die Ausstellung mit nahezu 80 Papierarbeiten.
Paloma Varga Weisz wurde 1966 in Mannheim, Deutschland, geboren. Nach einer Ausbildung zur Holzbildhauerin in Garmisch-Partenkirchen, Bayern, studierte sie in den 1990er-Jahren an der Kunstakademie Düsseldorf bei Tony Cragg und Gerhard Merz.
Die Künstlerin lebt und arbeitet in Düsseldorf. Ihre Arbeiten wurden umfangreich ausgestellt, darunter zuletzt Einzelausstellungen am Henry Moore Institute in Leeds, Großbritannien (2020); im Bonnefantenmuseum in Maastricht, Niederlande (2019); im Castello di Rivoli in Turin; und im Salzburger Kunstverein, Salzburg (beide 2015).
Die Arbeiten von Paloma Varga Weisz befinden sich in bedeutenden Museen und Sammlungen weltweit.
