Sie unterhielten sich in kurzen elliptischen Sätzen, als wären sie schon immer zusammen gewesen.
aus ‚A Closed Eye’ von Anita Brookner
Die Werke in Pages, bestehend aus skulpturalen Arrangements und Malerei, erzeugen ein traumartiges Ambiente. Das Gefühl kommt vor den Worten, die Worte sind ein nachträglicher Akt, ein Versuch der assoziativen Verzweigung. Die verwendeten Materialien variieren und erinnern an die Leichtindustrie und das Bauwesen; Stahlgitter, Gips, einfache Kunstmaterialien, Farbe, Pappmaché und Leinwand bis hin zu handgefertigten Objekten und Materialien für konkrete Nutzung wie gefärbter Stoff, Audiokassetten und Kleidung. Materialien, die sich in irgendeiner Form von ständiger Zirkulation befinden stehen neben starren Objekten und gestalteten Formen, die in ihrem Lauf gestoppt wurden.
Über eines der Werke in der Ausstellung, a movement of return, schreibt Adam Szymczyk: „Man kann sich vorstellen, wie die im Raum zirkulierende Luft die Stoffstücke und das Tape atmen und sich bewegen lässt – hoch oben, vom Betrachter aus fast unmerklich. Der Titel des Werks – a movement of return – könnte eine Anspielung auf die Atembewegung sein, oder auf die Gezeiten (eine Beschreibung eines leeren schlammigen Flussufers während der Ebbe erscheint an anderer Stelle in Egans Notizen). Es könnte sich auch auf eine Bewegung beziehen, die eine Selbstbeobachtung, eine Suche nach dem Selbst, ein Moment der Erkenntnis ist.“*
Die Malerei ist geprägt von Formen, die sich Traummotiven annähern. Sie wirken verschwommen, als wären sie unter Wasser entstanden.
Dieses Wechselspiel zwischen Leichtigkeit und Auflösung, Festigkeit und Durchsichtigkeit erzeugt atmosphärische Verschiebungen, die ein offenes Ende zu haben scheinen bzw. sich im Fluss befinden. Dies wird durch den Titel der Ausstellung Pages widergespiegelt, der ein Kontinuum suggeriert, das die Autorin Lauren Elkin als einen „Index der Unendlichkeit“ bezeichnet.
Die Formen und Gebilde in der Ausstellung wirken wie Spuren oder wechselnde Reaktionen, vorläufige Artikulationen erinnerter Orte, Interaktionen zwischen Menschen und Alltagsmomenten. Wir finden Einrichtungsobjekte, deren Formen, Nischen und Vertiefungen sehr präsent und gleichzeitig entfernt erscheinen. Eine mäandernde, sinnliche Linie und ein Gefühl der Fluidität werden von den Skulpturen auf die Malerei übertragen und verleihen einem Gefühl der Offenheit und Veränderlichkeit Form.
*(veröffentlicht von Lismore Castle Arts für die Ausstellung Aleana Egan Second-hand, St Carthage Hall, Lismore, 23. März – 19. Mai 2024)
