Die Konrad Fischer Galerie freut sich, die zweite Einzelausstellung von Zon Ito anzukündigen. Im Fokus stehen vier Werkgruppen, die sich auf verschiedenste Weise mit dem Medium der Zeichnung und der mit ihr verbundenen natürlichen wie auch zeitlichen Aspekte beschäftigen.
Bereits im Titel der Ausstellung wird Itos Faszination für das fragile Verhältnis von Mensch und Natur deutlich. Die Werke reflektieren jeweils die Beziehungen zwischen dem von Menschenhand Geschaffenen, bereits existierenden natürlichen Objekten und Momenten des Unkontrollierbaren. Ito verwendet primär traditionelle Materialien der Handwerkskunst wie Ton und Textilien und erzeugt damit ein Zusammenspiel von filigranen Formen und Farben.
Zu den gezeigten Arbeiten gehören unter anderem Itos „Plant Dye Paintings“, kleinformatige Aquarelle auf Papier, deren bräunliche Farben durch das Aufkochen verschiedenster Pflanzen in einem eigens konzipierten Verfahren hergestellt wurden.
Typisch für die an den Wänden angebrachten „Modeling Pictures“ ist der unmittelbare und intuitive Entstehungsprozess, bedingt durch die extrem kurze Trocknungszeit des Tons. Nach dem Auftragen der Modelliermasse muss der Künstler binnen kürzester Zeit Entscheidungen für Kompositionen treffen, die an rorschachartige Symmetrien erinnern. Unbewußtes und Zufälliges fließt in die Arbeiten ein.
Für seine neuste Werkgruppe, die Netzzeichnungen, nutzt Ito seine auf einer kleinen japanischen Fischerinsel erlernte Fertigkeit des Netzeknüpfens. Die faszinierende Regelmäßigkeit und Ordnung der farbigen Netze löst der Künstler durch eingeflochtene, wie Störelemente funktionierende kleine Stöcke auf. Ein Prozess, der den Künstler zugleich an menschliches Verhalten unter Einfluss selbst minimalster Naturkräfte erinnert.
Die vierte Werkgruppe, „Drawing on the Sand“, zeigt neue Variationen seiner bereits bekannten Stickereien. Verarbeitet wurde hier eine Vielzahl verschiedenfarbiger Garne, die sowohl systematisch wie auch zufällig auf einen dünnen Wollstoff aufgestickt wurden. Es entsteht ein eigenes, alle Werke miteinander verbindendes System, dessen Grundgerüst in einem zweiten Schritt jeweils mit kleinteiligen, ebenfalls gestickten Zeichnungen verfeinert wird.
Zon Ito, geboren 1971 in Osaka, Japan, lebt und arbeitet in Kyoto. Sein Diplom erhielt er 1996 an der Kyoto City University of Arts. Die Arbeiten von Zon Ito wurden in zahlreichen internationalen Ausstellungen präsentiert, darunter das National Museum of Art, Osaka; das Watari Museum of Contemporary Art, Tokio (2022); das Museum of Modern Art, Hayama (2010); das Museum of Contemporary Art, Sydney (2009) und das Museu de Arte Moderna de São Paulo (2008). Seine Arbeiten befinden sich in den Sammlungen des Museum of Contemporary Art, Tokio; The Watari Museum of Contemporary Art, Tokio; The National Museum of Art, Osaka; Takamatsu City Museum of Art, Kagawa und im Walker Art Center, Minneapolis.
