Die Konrad Fischer Galerie freut sich, neue Werke von Melissa Kretschmer in ihrer bereits fünften Einzelausstellung zu präsentieren. Die Gemälde der New Yorker Künstlerin bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Malerei und Skulptur. In den Papierarbeiten schafft sie mit unterschiedlichsten Techniken und Materialien komplexe, teils architektonische Strukturen.
„Ich betrachte ihre Praxis - eine Mischung aus Malerei, Bildhauerei und architektonischen Arbeiten - als spekulativ, als eine Art der Untersuchung. Sie entscheidet sich für eine Reihe von Vorgaben, legt ein Thema fest und geht von dort aus weiter, indem sie die zahllosen Variationen erforscht, die innerhalb jeder Serie existieren. Indem sie im Laufe der Jahre neue Materialien in ihre Arbeit einbezieht und ständig nach neuen Ausdrucksformen sucht, stellt jedes Werk eine einzigartige Antwort auf die Fragen dar, die die Künstlerin an sich selbst und an die Betrachter*innen adressiert. Es gibt keine übereilten Schlussfolgerungen. Die Langsamkeit ist bei der Herstellung dieser Werke ebenso von Bedeutung wie bei ihrer Betrachtung.
Letztlich möchte Kretschmer, dass jedes Werk eine Unvermeidlichkeit besitzt, ein Gefühl, dass es genau so und nicht anders gemacht werden muss. So versucht sie immer vorab festzulegen, was notwendig ist und was überflüssig sein könnte, indem sie etwas hinzufügt oder aussortiert. Im Laufe der Jahre ist sie dabei immer selbstsicherer und abenteuerlustiger geworden, und ihre jüngsten Werke gehören zu ihren bisher ehrgeizigsten, da sie sich stufenweise immer weiter von ihren minimalistischen Ursprüngen entfernt haben. Sie besitzt ihre eigene klare Vorstellung, und ihre am Zeitgenössischen orientierte Sichtweise ist kompromisslos. Eine Affinität zu Ordnung, Systematik und Serialität war und ist ein Prüfstein, ebenso wie der Wunsch nach Klarheit. Doch auch die Existenz von Unbestimmtem, Unerklärlichem, lässt sie zu, ihren Zauber und die Verlockungen, die damit einhergehen. So jongliert sie souverän mit all diesen verschiedenen Aspekten, wie mit vielen Bällen gleichzeitig in der Luft, die sie dann alle wieder auffängt: die Fertigkeiten der Malerin und zugleich die der Bildhauerin, das Unmittelbare und das Subtile, das Einfache und das Komplexe, das Ernste und das Spielerische, das Raffinierte und das Grobe, das visuelle Rauschen und die Stille. Kretschmer, die triumphierend ihre "Mauern" durchbricht, hat einmal wieder einen neuen Groove gefunden.“
- Lilly Wei
