Carl Andre und die Konrad Fischer Galerie verbindet eine seit mehr als 50 Jahren bestehende intensive Zusammenarbeit und Freundschaft. 1967 eröffnete Konrad Fischer seine Galerie mit einer Bodenarbeit des amerikanischen, in New York lebenden Künstlers, zugleich seine erste europäische Einzelausstellung. Seither hat Carl Andre mit seinem umfangreichen Werk den Skulpturbegriff radikal verändert.
Mit der aktuellen Ausstellung präsentiert die Konrad Fischer Galerie sein 1982 für die documenta 7 geschaffenes Werk Cedar Solid. Bestehend aus 96 aufrecht und dicht beieinander stehenden Blöcken aus Zedernholz von jeweils 90 x 30 x 30 cm, bildet es einen massiven Quader. Seine 2002 geschaffene Skulptur Cedar Rotor formt dagegen mit den gleichen, senkrecht stehenden Holzblöcken einen von der Wand ausgehenden in den Raum schwingenden Bogen.
Carl Andre kommentiert sein Werk 1982: „In a time obsessed with change, I am obsessed with invariance“
„In einer Zeit, die von Veränderungen besessen ist, bin ich von Beständigkeit besessen.“
Für die Werkgruppe der Belgica-Arbeiten kombiniert Andre Zinkplatten mit Würfeln aus belgischem Blue Limestone. Die Länge der flachen Zink-Elemente entspricht dabei dem Doppelten der Kantenlänge der Steinkuben. Die hieraus geschaffenen unterschiedlichen Strukturen bilden teils geschlossene Strukturen, teils offene Raster.
Bei Andres 1989 entstandenem Werk Tetranome wird ein gleichmäßiges Feld aus 50 x 50 cm großen Kupferplatten regelmäßig durch schmale Streifen unterschiedlichster Metalle - Zink, Blei, Kupfer und Stahl - unterbrochen.
Gedichte nehmen seit jeher einen wichtigen Platz im Werk von Carl Andre ein. Das Erscheinungsbild der Texte aus den frühen 1960er Jahren wird weitgehend durch die von ihm benutzte Schreibmaschine geprägt, parallel entstehen auch handgeschriebene Blätter. Bereits seit dieser Zeit experimentiert Carl Andre mit den ersten Xerox Kopiergeräten und vervielfältigt auf diese Weise seine Gedichte. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl seiner Poems aus den Jahren 1958 – 1972.
Das Werk von Carl Andre wurde in zahlreichen bedeutenden Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, zuletzt in einer Retrospektive des Dia:Beacon, New York (2014 - 2016), die auch im Museo Reina Sofia in Madrid, im Hamburger Bahnhof in Berlin, im Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris und im MoCA Museum of Contemporary Art, Los Angeles, zu sehen waren. Seine Werke befinden sich in öffentlichen Sammlungen wie, u.a., dem Museum of Modern Art, New York, dem Hara Museum of Contemporary Art, Tokio, dem Stedelijk Museum, Amsterdam, der Tate Modern, London, dem Centre Pompidou in Paris und dem Ludwig Museum in Köln.
