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Jan Dibbets
Milliarden von Universen , Düsseldorf, 3 September - 6 November 2021
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Jan Dibbets: Milliarden von Universen

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Jan Dibbets, Milliarden von Universen

Die Konrad Fischer Galerie freut sich, in der Ausstellung „Milliarden von Universen“ (Billions of Universes) Arbeiten von Jan Dibbets (Jg. 1941, lebt und arbeitet in Amsterdam) aus den Werkserien BOU und Final sowie die Arbeit RR Variations erstmalig präsentieren zu dürfen.

Vom Analogen zum Digitalen. Die Geschichte einer Autonomisierung

Bereits 1975 begann Jan Dibbets mit einer neuen Werkserie, den Colorstudies, die in seiner 1967 begonnenen fotografischen Laufbahn einen wichtigen Wendepunkt markierten. Diese Arbeiten entstanden aus Nahaufnahmen von PKW-Motorhauben und wurden bis 1976 in zahlreichen Ausführungen fortgesetzt. In diametralem Gegensatz zur schwarzweißen Sachlichkeit, wie sie bei einem vermeintlichen Foto-Konzeptualisten zu erwarten sein sollte, boten die den strengen, »linearen« Arbeiten des Künstlers ausgesprochen fernen und von jeglichem vorgefassten »Konzept« befreiten Colorstudies Anlass zur Irritation. Rückblickend ist es daher kein Wunder, dass sie seinerzeit bei der Kritik zunächst auf Ablehnung stießen. Dabei hatte der Künstler doch nur ganz einfach sein »Programm« der Dekonstruktion des fotografischen Bildes zuende gedacht.

Dass Jan Dibbets seine ersten digitalen Bilder in den 2010er Jahren auf der Basis eines 1976 belichteten Negativs produzierte, das die Motorhaube eines Saab zeigt, kam daher nicht überraschend. Der Künstler, der seit Anfang des 21. Jahrhunderts praktisch keine Fotos mehr aufgenommen hat, begnügt sich, von einigen Ausnahmen abgesehen, in den letzten Jahren mit der Wiederverwendung  früherer Negative und weist damit nach, dass alle seine vorherigen Untersuchungen notwendigerweise unvollendet und im Wortsinne unendlich sind. Nichts deutete vor zehn Jahren darauf hin, dass Dibbets es eines Tages riskieren würde, sich von einem Bild abzuwenden, das, den Gesetzen der analogen Fotografie folgend, bis vor kurzem »realistisch« blieb, auch wenn sich der Künstler gerade mit den Colorstudies ganz davon gelöst und sein Konzept einer »abstrakten« Dimension geöffnet hatte. Realistisch. Abstrakt. Wir wissen, dass diese Begriffe an Dibbets’ Verfahren vorbeigehen und es ihm letztlich darauf ankommt, die Datensätze eines Bildbearbeitungsprogramms und seiner Methode zu umschreiben und darzulegen. Analog bis Anfang der 2010er Jahre, digital, seit er sich auf postfotografische Gebiete vorgewagt hatte. In beiden Zeiträumen lädt er uns letztlich zu einer fortlaufenden Dekonstruktion ein. Am Anfang seiner digitalen Wende waren die Bilder noch »lesbar«. Sie zeugten von einer Übergangsphase, in der wir uns schrittweise vom Analogen verabschieden durften. Die Farben änderten sich, die Formate wurden größer, aber die Nachvollziehbarkeit zwischen den erzeugten Bildern und den Quellen wurde noch respektiert. Ein Respekt, der sich auch in der bemerkenswerten Reihe von Hommagen an Robert Ryman - RR Variations (seit 2018) - wiederfindet, die Dibbets anhand (der Fotografie) eines in der eigenen Sammlung befindlichen Werks seines Freundes konzipierte. Hier setzt der Künstler auf Mimikri, indem er die genauen Maße von Rymans Bild Untitled (1973), aufgreift, mitsamt des Aluminiumstreifens, der die unbemalte Bildfläche markiert, um es mittels eines digitalen Verfahrens in chromatische Variationen umzuwandeln, die um so ironischer wirken, als sie dem für den New Yorker Maler so signifikanten Weiß die Gefolgschaft kündigen.

In den weiteren Serien der Ausstellung, BOU und Final, wird diese mögliche Nachvollziehbarkeit gänzlich unterminiert. Das verwendete Negativ bleibt dasselbe: das der Saab-Motorhaube. Indem sich Jan Dibbets von seinem digitalen Programm entfernt, kreiert er Bilder, die einen in seinem Schaffen noch nicht dagewesenen Grad der Autonomie widerspiegeln. In seinen jüngsten Werkserien ist die Verbindung zwischen der fotografierten Sache und der (post)fotografischen Realität nicht mehr nachvollziehbar. Und sichtbar schon gar nicht. Man darf sogar behaupten, dass sie unterbrochen ist. Richtiger gesagt, sie ist von Grund auf zerstört. Darin liegen zweifelsohne der Preis und der Lohn für ein auf Dekonstruktion ausgerichtetes Werk, das vor mehr als fünfzig Jahren in einem entschieden anderen Umfeld begonnen wurde.

Erik Verhagen

Mit freundlicher Unterstützung durch

 

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