Zwischen 1966 und 1968 schuf Charlotte Posenenske ihr gesamtes skulpturales Œuvre, darunter die bekannten Vierkantrohre aus Blech sowie Wellpappe und die Reliefs und Faltungen aus Aluminiumblech. Minimalismus, Serialität, Variabilität und Partizipation zählen zu den zentralen Aspekten ihres Werks. Die meisten skulpturalen Arbeiten bestehen aus einfachen geometrischen Formen, sind aus einem einzigen Material gefertigt und entweder roh belassen oder mit industriellen RAL-Grundfarben emailliert. Diese Objekte werden seriell produziert und können als Prototypen für eine industrielle Massenfertigung verstanden werden. Die Wandelbarkeit der Objekte in unterschiedlichen Situationen oder Räumen sowie die Beteiligung der „Konsument:innen“ – Sammler:innen, Kurator:innen und Publikum – waren für die Künstlerin stets von wesentlicher Bedeutung.
Bevor sich Posenenske Mitte der 1960er Jahre der Skulptur zuwandte, arbeitete sie vornehmlich auf Papier, Faser- und Kartonmaterialien und experimentierte mit einer konsequenten Vereinfachung und Mechanisierung des künstlerischen Arbeitsprozesses. Durch den schnellen Einsatz eines Malmessers anstelle eines Pinsels tilgte sie sämtliche gestischen Spuren und vermied beziehungsweise reduzierte jede Form von Subjektivität.
