Die Konrad Fischer Galerie freut sich, die Einzelausstellung NEW PEOPLE von Aleana Egan ankündigen zu dürfen.
In Schaukästen präsentiert Aleana Egan Fundstücke von Stoffmustern, aufwendig gearbeitete Vintage-Kleidung der 30er und 40er Jahre, sowie aus Pappmaché, Polystyrol und Gesso von ihr modellierte Formen. Mit Nägeln auf die unbehandelte aufgezogene Leinwand gepinnt, entsteht ein beinahe surreales Spiel zwischen Vitrine, Tafelbild, Malerei und Zeichnung. Der Zusammenhang der einzelnen Elemente bleibt vage. Titel wie „beam", „bead", „free ideas about the sea" entlehnt die Künstlerin der Schriften der britischen Autorin und Psychoanalytikerin Marion Milner (1900–1998), die in „A Life of One's Own" 1934 ihr Leben als Introspektion aufzeichnete und den Begriff der „butterfly thoughts" kreierte.
Aleana Egan beschreibt ihre Arbeiten und Ausstellungsarrangements selbst als „feeling with the eyes"; als ein Negieren der Eindeutigkeit von Dingen. Großen Wert legt sie dabei auf die evidente Stofflichkeit der verschiedenen Materialien. Ihre vormals aus Karton, Klebeband und Pigment gearbeiteten, wie beiläufig hängenden Skulpturen werden seit 2016 auch aus unbehandelter Bronze gegossen. Das in der klassischen Bildhauerei eigentlich wertvolle Material, bekommt durch das Weglassen der Politur etwas Schlichtes, Unbestimmtes, zurückhaltend Sensitives.
Die unterschiedlichen Materialien benutzt Aleana Egan wie Farben, die in der gesamten Ausstellung rhythmisch wieder auftauchen. Egan bezieht sich auch hier wieder auf Marion Milner, deren 1950 erschienene Studie „On Not Being Able to Paint" sich mit der Natur der Kreativität und Schaffenskrisen oder Blockaden befaßt, mit der allzu gewöhnlichen und quälenden Situation, nicht kreativ schaffen zu können.
Aleana Egan begibt sich nicht zielstrebig und direkt auf die Suche nach Stoffen, Kleidungsstücken und Gegenständen, die sie verwendet - diese, wie die Künstlerin erklärt, finden sie. Für den Baldachin in „dwelling" benutzt sie etwa ein über hundert Jahre altes Mesh-Gewebe, um die Stahlkonstruktion sind Flocken aus Zellulose-Faser verstreut. In einem ausgedienten Autowrack findet sie einen Luftfilter, der nun überdimensioniert den Galerieraum dominiert; ein ausgebautes Motorteil , abgelegt auf unbehandelter Leinwand, ist das zentrale Element für „remote sense (Isuzu Trooper)" .
Aleana Egan (geb. 1979) studierte an der Glasgow School of Art. Sie lebt und arbeitet in Dublin. Nach Einzelausstellungen in der Kunsthalle Basel (2008) und in der Temple Bar Gallery, Dublin (2009) folgten Ausstellungen ihrer Arbeiten auf der berlin biennale und in der Kunsthalle Kiel (2008), im Sculpture Center New York und im Landesmuseum Münster (2010), in der Leeds Art Gallery (2012), im Irish Museum of Modern Art (2013), in der Douglas Hyde Gallery, Dublin (2014) und im CCA Derry-Londenderry (2016).
