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Peter Buggenhout
… use menace, use prayer … (part I), Düsseldorf, 25 Oktober 2019 - 11 Januar 2020
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Peter Buggenhout: … use menace, use prayer … (part I)

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Peter Buggenhout, … use menace, use prayer … (part I)

Peter Buggenhout (geboren 1963 in Dendermonde, lebt in Gent) gilt als einer der eigenständigsten und radikalsten Bildhauer Belgiens. Die Galerien Axel Vervoordt in Wijnegem und Konrad Fischer in Düsseldorf präsentieren gemeinsam die zweiteilige Ausstellung „… use menace, use prayer …", in der Buggenhouts neueste skulpturale Arbeiten gezeigt werden, darunter die neue Werkserie Mute Witness.

 

Peter Buggenhouts hochgradig künstliche Schöpfungen üben eine unwiderstehliche Faszination auf die Betrachtenden aus. Allein die Größe sowie die Vielfalt der Oberflächen und Materialien sind beeindruckend und machen die Auseinandersetzung mit den Werken anspruchsvoll. Doch sie wecken nicht nur eine angenehme Neugier. Obwohl es sich um aufwendig gefertigte Artefakte handelt, sind die Objekte von illusionistischen Momenten der Vergänglichkeit und des Zerfalls durchdrungen, die in ihrer Ernsthaftigkeit an kunsthistorische Darstellungen der Vanitas erinnern. In ihrer Emotionalität gleicht die körperlich erfahrbare Wirkung einer Naturerfahrung. Der Ausstellungstitel „… use menace, use prayer …" zitiert eine Passage, die der französische Schriftsteller Jean Genet in seinem Gedicht Le Condamné à mort von 1942 einer zum Tode verurteilten Person in den Mund legt. Buggenhout greift damit die Ambivalenz von Bedrohung und Erhabenheit auf - ästhetische Kategorien, die sich in der Romantik im Erleben von Landschaft herausgebildet haben. Das Zeitalter einer überwältigenden Natur ist jedoch einer neuen Epoche gewichen; heute kann sie nicht mehr naiv als ästhetischer Rückzugsort verstanden werden.

 

Buggenhouts Assemblagen und Installationen werden so als dunkle Momente einer sich stetig wandelnden Wiederholung lesbar, die - wie in der Natur - ebenso in menschlicher Kultur und Zivilisation stattfinden könnte. Beide Ausstellungen präsentieren mehrere Werkserien. Buggenhout arbeitet systematisch und langfristig an mehreren konsistenten Serien, die sich vor allem über die verwendeten Materialien definieren. Aufgrund ihrer amorphen Komplexität lassen sie sich formal kaum erschöpfend beschreiben. Ihre Titel entstammen jeweils Parabeln, Mythen oder Motiven, in denen Wahrnehmung verzögert, negiert oder gespiegelt wird. Unterschiedliche Weisen, die Welt zu lesen, verdeutlichen das spannungsreiche Verhältnis zwischen dem Sichtbaren und dem Sagbaren und letztlich zwischen Kunstwerk und Wort.

 

Die Serie The Blind Leading the Blind vereint Materialarbeiten, auf die dichte Staubschichten aufgetragen und fixiert wurden. Ein fellartiges Braun in schattierten Nuancen prägt sämtliche Oberflächen der amorphen, monochromen Gebilde dieser Werkgruppe. Sie können an der Wand hängen, auf dem Boden liegen und zu raumgreifenden skulpturalen Tableaus anwachsen, aber auch in Glasvitrinen oder auf Stahltischen wie exotische museale Exponate inszeniert werden. The Blind Leading the Blind bezieht sich auf ein manieristisches Gemälde von Pieter Bruegel dem Älteren. Die einzelnen Figuren, die groteske Gesten ausführen, erscheinen zunächst richtungslos; erst bei genauerer Betrachtung wird die Bedeutung und Logik eines fortlaufenden Prozesses sichtbar. Die ästhetische Erfahrung, dass Komplexität eine intensive Beobachtung erfordert, ist für diese Serie eine wesentliche Voraussetzung.

 

Die Skulpturen der Serie Gorgo bestehen aus Textilien, Pferdehaar und schwarzem Tierblut. Die Verwendung tierischer Materialien verweist auf die existentielle Spannung zwischen Fragilität und stetiger Veränderung. Die Gorgo (Gorgone) ist eine Schreckensfigur aus dem Mythos der Medusa; ihr von Schlangen bedeckter Kopf sollte in der antiken Kunst schützen, indem er eine unerträgliche Realität im Spiegel sichtbar machte. Diese Serie lässt sich besonders mit dem Begriff des „Abjekten" verbinden - mit dem, was der Körper ausgeschieden, verworfen und verdrängt hat und das in unserer Realität als schrecklich erscheint, psychologisch jedoch weiterhin wirksam und einflussreich ist.

 

Auch Mont Ventoux und On Hold tragen programmatische Titel, die auf die erste Beschreibung einer Bergbesteigung verweisen, die Petrarca 1336 verfasste. Auf dem Gipfel des Mont Ventoux ließ er den Blick über die überwundene Natur schweifen, zog seine Ausgabe des Augustinus hervor und begann über die Sünden der visuellen Begierde zu lesen. Die epochale Verbindung von ästhetischer und kontemplativer Betrachtung, ausgelöst durch diese neue Welterfahrung, spiegelt sich ebenfalls in dieser Werkgruppe wider. Buggenhout intensiviert die sinnlichen Eindrücke durch den Einsatz vielfältiger Materialien, Formen, Farben und Oberflächen: gebleichte Tierdärme, bemalte und rohe künstliche Materialien, Karton, Metalle und Holz formen offene und blockhafte Komplexe, die aus jeder Perspektive neue Ansichten eröffnen. Da diese Arbeiten insbesondere zur Betrachtung in Bewegung auffordern, entwickelte Buggenhout für die mittelformatigen Mont Ventoux-Arbeiten scheibenförmige Sockel. Als Teil des Kunstwerks laden sie dazu ein, die Vielfalt der Welt im Kleinen zu erkunden, indem man das Werk umschreitet und wechselnde Silhouetten und Einzelformen wahrnimmt.

 

Erstmals in Europa präsentiert der Künstler die Serie Mute Witness: Wandobjekte, die sich auf subtile Weise dreidimensionalen Bildern annähern, da lediglich die äußere textile Hülle erkennbar ist, und die zugleich eine überraschend narrative Qualität besitzen. Ob sich unter der drapierten Oberfläche etwas ereignet hat, regt die Vorstellungskraft der Betrachtenden womöglich stärker an als andere skulpturale Ereignisse in Buggenhouts Werk. Doch wie der Titel bereits sagt, bleibt dieser Zeuge stumm.

 

Kunsthistorisch entwickelte Buggenhout seine skulpturale Arbeit aus dem Postminimalismus heraus und überwand dabei ein essentialistisches Kunstverständnis. Die Minimal Art strebte mittels industrieller Produktionsformen, Materialien und Oberflächen nach einem Endpunkt, der sich hermetisch abschloss und räumlich an die Architektur anpasste. Trotz thematischer und geometrischer Reduktion war sie von ausgeprägter Theatralität und Formbewusstsein geprägt; bei allen Gegensätzen verbindet dies Buggenhouts Werk mit dieser bedeutenden historischen Position. Zugleich unterscheidet sich die Minimal Art durch ihre hermetische Selbstreferenzialität und ihre wortreiche theoretische Begleitung. Buggenhout hingegen schafft ein hoch suggestives Œuvre, in dem eine namenlose Welt zerstörerischer und zugleich schöpferischer Potenziale hervortritt. Wie er selbst formuliert: „Die Welt wird brutal präsent, wenn man ihr die tröstenden Worte entzieht, die uns die Illusion geben, das uns Umgebende zu verstehen. Meine Arbeit ist brutal präsent, und ich schenke den Worten keinen Glauben. (Sie treiben Spiele mit uns.)"

 

Die Einzelausstellung von Peter Buggenhout „… use menace, use prayer … (Teil II)" wird vom
30. November 2019 bis zum 22. Februar 2020 in der Axel Vervoordt Gallery in Wijnegem gezeigt.

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