„Ich würde sagen, ich arbeite mit Fiktionen. Keines der von mir verwendeten Motive existiert in dieser Form tatsächlich in der Natur. Ich konstruiere sie, indem ich Elemente mische, die in der Natur vorkommen, jedoch in einer unmöglichen Zusammensetzung. Oder indem ich sie mit Elementen und Eindrücken kombiniere, die der Natur fremd sind.“
(Cristina Iglesias)
Die Konrad Fischer Galerie Berlin freut sich, eine neue Einzelausstellung von Cristina Iglesias anzukündigen.
Die Skulpturen und Installationen von Iglesias beziehen sich auf Elemente der Natur, zugleich aber auch auf das Ornamentale – insbesondere auf maurische Einflüsse in der spanischen Kultur. Die Gliederung von Raum sowie die Untersuchung räumlicher Situationen sind für ihr Werk von ebenso zentraler Bedeutung.
Die zentrale Installation der Ausstellung, „Phreatic Zone I“, verwischt die Grenzen zwischen Außen- und Innenraum, indem sich das Straßenpflaster von draußen in den Galerieraum hinein fortsetzt. Der Boden öffnet sich und gibt den Blick auf eine „phreatische Zone“ frei – eine verborgene natürliche Struktur unterhalb der Oberfläche, in der Wasser fließt und aus verschlungenen, wurzelartigen Formen eine Landschaft hervortritt. Das Motiv der phreatischen Zone wird in zwei weiteren Arbeiten aus der Serie „Pozo“ (Brunnen) fortgeführt, die im ersten Obergeschoss der Galerie gezeigt werden. Iglesias’ fotografische Arbeiten bewegen sich zwischen Skulptur und Malerei. Sie entwickelt architektonische Modelle als Studien und fotografiert diese.
Die entstandenen Bilder werden in mehreren Schichten und Arbeitsschritten mit unterschiedlichen Techniken wie Zeichnung, Collage und Malerei weiterbearbeitet. Anschließend werden sie auf Metall oder Seide siebgedruckt und teilweise erneut durch malerische Eingriffe auf dem Siebdruck verändert. Diese Arbeiten zeigen Studien zu großformatigen Skulpturen im öffentlichen Raum, etwa für den Souk in Beirut, für „Tres Aguas“ in Toledo, für die skulpturale Intervention im Garten des Centro Botín in Santander oder für die großformatige Außenskulptur für den neuen Hauptsitz von Bloomberg in London.
Cristina Iglesias, geboren im November 1956 in San Sebastián, zeigte internationale Einzelausstellungen unter anderem im Solomon R. Guggenheim Museum in New York (1998), in der Whitechapel Art Gallery in London (2003), im Museum Ludwig in Köln (2006), im Museo Reina Sofía in Madrid (2013) sowie im Musée de Grenoble (2016). Sie vertrat Spanien auf den Biennalen von Venedig 1986 und 1993. Zu ihren größeren architektonischen Arbeiten zählen „Deep Fountain“ vor dem Museum voor Schone Kunsten in Antwerpen (2006), die Bronzetore des Neubaus des Prado-Museums in Madrid (2007) sowie die Unterwasserskulptur „Estancias Sumergidas“ im Golf von Kalifornien (2009), realisiert anlässlich der Eröffnung des Naturschutzgebiets Espíritu Santo. Für die Norman Foster Foundation in Madrid entwickelte Iglesias „A Place of Silent Storms (Arthur C. Clarke)“ (2017). 1999 erhielt sie den Spanischen Nationalpreis für Bildende Kunst, 2012 den Berliner Kunstpreis. Cristina Iglesias lebt und arbeitet in Torrelodones bei Madrid.
