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Foto von Gerhard Richter von Dorothee und Konrad Fischer
Als Konrad und Dorothee Fischer im Oktober 1967 in einer stillgelegten Gasse im Zentrum Düsseldorfs einen bescheidenen Ausstellungsraum mit einer Präsentation von Werken von Carl Andre eröffneten, waren Minimal und Conceptual Art in Europa noch weitgehend unbekannt. Doch dieser kleine Raum – bald unter dem Namen „Ausstellungen bei Konrad Fischer“ bekannt – entwickelte sich rasch zu einer wegweisenden Plattform für eine Künstlergeneration, die die Gegenwartskunst nachhaltig prägen sollte. Viele der einflussreichsten Protagonisten dieser Zeit, darunter Richard Long, Bruce Nauman, Sol LeWitt, On Kawara, Lawrence Weiner, Hanne Darboven und Robert Ryman, zeigten hier ihre ersten Einzelausstellungen in Europa. Ihre enge Verbindung mit der Galerie besteht bis heute.
Von Beginn an verfolgten Konrad und Dorothee Fischer einen besonderen Ansatz: Anstatt sich auf die Ausstellung fertiger Werke zu beschränken, luden sie die Künstlerinnen und Künstler selbst nach Düsseldorf ein. Diese Praxis förderte ein internationales Netzwerk von Zusammenarbeit und Austausch und führte zugleich zur Entstehung ortsspezifischer Skulpturen, Gemälde und Installationen. Hier stellte Daniel Buren erstmals seine räumlichen Interventionen vor, Gilbert & George präsentierten ihre inzwischen ikonische Singing Sculpture, und Wolfgang Laib installierte seine fragilen Arbeiten aus Bienenwachs und Pollen. Darüber hinaus setzte sich die Galerie früh für neue konzeptuelle Entwicklungen in Malerei und Fotografie ein und zeigte Werke von Robert Mangold, Alan Charlton, Bernd und Hilla Becher sowie Jan Dibbets. Kurz nach dem Aufkommen der Arte Povera machte die Galerie deren wichtigste Vertreter – Giuseppe Penone, Giovanni Anselmo, Mario Merz und Jannis Kounellis – einem breiteren europäischen Publikum bekannt.
In den folgenden Jahrzehnten erweiterte die Galerie ihr Programm um Künstler wie Tony Cragg, Harald Klingelhöller, Rita McBride, Thomas Ruff, Thomas Schütte und Jerry Zeniuk. In den darauffolgenden Jahren stieß eine neue Generation hinzu – darunter Guy Ben-Ner, Peter Buggenhout, Aleana Egan, Jim Lambie, Manfred Pernice, Magnus Plessen, Wolfgang Plöger, Gregor Schneider und Paloma Varga Weisz – und führte die Tradition der Galerie fort, einen lebendigen Dialog zwischen künstlerischen Bewegungen und Generationen zu fördern.
Im Jahr 2007 eröffnete die Konrad Fischer Galerie einen weiteren Standort in Berlin und bekräftigte damit ihr Engagement sowohl für neue internationale Positionen als auch für die kontinuierliche Präsentation der mittlerweile fast fünfzigjährigen Galeriegeschichte.
Heute, unter der Leitung von Berta Fischer, bleibt die Galerie eine lebendige und prägende Institution in der internationalen Gegenwartskunst.
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Konrad Fischer an seinem Schreibtisch mit den Künstlern Gilbert & George
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Foto von Gerhard Richter von Dorothee und Konrad Fischer
