Sol LeWitt USA, 1928-2007

Die Idee selbst ist, auch wenn sie nicht visuell umgesetzt wird, ebenso sehr ein Kunstwerk wie jedes fertiggestellte Produkt

— Sol LeWitt

Sol LeWitt (1928–2007) war eine zentrale Figur in der Entwicklung der Konzeptkunst und spielte eine entscheidende Rolle bei der Neudefinition künstlerischer Praxis in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Gegensatz zu den expressiven und gestischen Ansätzen des Abstrakten Expressionismus und der New York School der 1950er-Jahre entwickelte LeWitt eine Kunst, die auf Struktur, Logik und systematischem Denken beruhte. 

Für LeWitt bildete die Idee den Kern des Werks. Diese Trennung von Konzeption und Ausführung stellte traditionelle Vorstellungen von Autorschaft grundlegend infrage und verlagerte den Fokus vom singulären Kunstobjekt hin zu Prozess, Anweisung und Methode. Unter Verwendung des Würfels als „grammatisches Instrument“ entfaltete sich sein Werk in systematischen Untersuchungen von Form, Linie und Farbe, die in den offenen Gitterstrukturen und Wandzeichnungen kulminierten, welche emblematisch für seine Praxis wurden. 

LeWitts Zusammenarbeit mit der Konrad Fischer Galerie begann 1968 und markierte den Auftakt einer langjährigen professionellen und intellektuellen Beziehung mit der Galerie und ihrem Gründer Konrad Fischer. In den folgenden Jahrzehnten pflegten LeWitt und Fischer einen umfangreichen Briefwechsel und tauschten regelmäßig Postkarten aus, die ihren fortlaufenden Dialog über Kunst, Ausstellungen und Ideen dokumentieren. Dieser nachhaltige Austausch spiegelt die enge Übereinstimmung zwischen LeWitts konzeptuellem Ansatz und Fischers maßgeblicher Rolle bei der Etablierung und Rezeption von Minimal und Conceptual Art in Europa wider. Die Postkartenkorrespondenz ist heute Teil des Konrad-Fischer-Archivs, das von der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf verwahrt wird. 

LeWitts Werk war Gegenstand zahlreicher bedeutender Museumsausstellungen weltweit, darunter frühe Präsentationen im Museum of Modern Art, New York, und in der Kunsthalle Bern, ebenso wie umfassende Retrospektiven, die unter anderem vom San Francisco Museum of Modern Art im Jahr 2000 organisiert wurden und anschließend im Museum of Contemporary Art, Chicago, sowie im Whitney Museum of American Art, New York, zu sehen waren. Seine Arbeiten befinden sich in wichtigen öffentlichen Sammlungen international, darunter Tate, London; Van Abbemuseum, Eindhoven; Centre Georges Pompidou, Paris; National Gallery of Art, Washington, D.C.; Solomon R. Guggenheim Museum, New York; Museum of Modern Art, New York; Dia:Beacon; sowie das Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington, D.C. 2008 eröffnete MASS MoCA Sol LeWitt: A Wall Drawing Retrospective, eine langfristig angelegte Installation, die bis 2033 zu sehen sein wird.