Gregor Schneider Deutschland, 1969

Gregor Schneider (geb. 1969, Rheydt) ist ein Konzeptkünstler, dessen Praxis Architektur als soziale, psychologische und kulturelle Struktur untersucht. In Arbeiten aus Installation, Skulptur, Fotografie und Film thematisiert er die Produktion, Nutzung und Regulierung von Räumen sowie die Frage, wie gebaute Umgebungen Wahrnehmung, Erinnerung und Verhalten prägen. Sein Werk nimmt eine zentrale Stellung innerhalb zeitgenössischer Diskurse zu Ortsspezifik, institutionellen Rahmenbedingungen und dem Verhältnis von Kunst und gelebtem Raum ein. 

Seit Mitte der 1980er-Jahre verfolgt Schneider eine kontinuierliche künstlerische Untersuchung des Hauses als physische Form und zugleich als symbolisches Konstrukt. Dieser langfristige Ansatz hat ihn zu einer Schlüsselfigur an der Schnittstelle von Skulptur und Architektur gemacht, in der räumliche Erfahrung selbst zum Medium wird, um Fragen von Autorschaft, Nutzung und Macht zu verhandeln. Architektur erscheint in seinem Werk nicht als neutraler Behälter, sondern als aktiver, historisch und politisch aufgeladener Akteur. 

2001 vertrat Schneider Deutschland auf der Biennale von Venedig, wo er mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde. Seither wurde sein Werk weltweit in bedeutenden institutionellen Kontexten präsentiert, darunter im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris (1998), in der Neuen Nationalgalerie (2004), im MMK Museum für Moderne Kunst (2004), im K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (2007), im MACRO (2008), im Kunstmuseum Bochum (2014), im MACBA (2017) sowie in der Hamburger Kunsthalle (2018). Seine Arbeiten sind in zahlreichen internationalen öffentlichen Sammlungen vertreten. 

2023 erhielt Schneider den Ernst Franz Vogelmann Preis für sein Lebenswerk und seinen Beitrag zur Geschichte der Skulptur. Seit 2016 ist er Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Mit der Konrad Fischer Galerie arbeitet er seit 1993 zusammen. 

Gregor Schneider lebt und arbeitet in Rheydt, Deutschland.