Stephen Kaltenbach USA, 1940

Anstatt schöne Objekte zu schaffen, die betrachtet werden sollen, versuche ich, das Auge dazu zu bringen, überall Schönheit zu sehen

— Stephen Kaltenbach

Stephen Kaltenbach gilt als eine zentrale Figur in der Entwicklung der amerikanischen Konzeptkunst. Seine künstlerische Praxis verhandelt Fragen von Zeit, Autorschaft und künstlerischer Identität und bedient sich dabei Strategien, die die Rolle des Künstlers ebenso wie die Sichtbarkeit des Werks bewusst destabilisieren. 

Nach seinem Umzug von Kalifornien nach New York im Jahr 1967 formierte sich Kaltenbach innerhalb eines dynamischen konzeptuellen Umfelds. In dieser Phase entwickelte er eine Praxis, die durch Zurückhaltung, Anonymität und konzeptuelle Strenge gekennzeichnet ist. Zu seinen frühen Arbeiten zählen versiegelte Time Capsules, bronzene Plaketten mit einzelnen Wörtern für den öffentlichen Stadtraum sowie nicht signierte Anzeigen in Artforum. Diese Projekte formulierten Handlungen oder Ideen – etwa „Tell a Lie“ oder „Become a Legend“ – und verlagerten den Ort des Kunstwerks hin zu Sprache, Intention und der mentalen Beteiligung der Betrachtenden. 

Zwischen 1967 und 1970 wurde Kaltenbachs Werk in Einzel- und Gruppenausstellungen in führenden Galerien und Institutionen präsentiert, darunter das The Museum of Modern Art und das Whitney Museum of American Art. Im Jahr 1970 verließ er New York abrupt und zog sich aus dem Zentrum der Kunstwelt zurück, um sich schließlich im Central Valley Kaliforniens niederzulassen. Diese Entscheidung wird seither als Fortführung seiner konzeptuellen Untersuchung verstanden, in der Fragen künstlerischer Mythologien, von Karrierevorstellungen und dem Vergehen von Zeit in den Vordergrund treten. 

Kaltenbach hatte seine erste Ausstellung in der Konrad Fischer Galerie im Jahr 2005. Seine Arbeiten befinden sich in bedeutenden internationalen öffentlichen Sammlungen, darunter The Museum of Modern Art, New York; The Art Institute of Chicago; The National Gallery of Art, Washington, D.C.; das Berkeley Art Museum and Pacific Film Archive; das Walker Art Center, Minneapolis; sowie das Kröller-Müller Museum, Otterlo.