Wakes beschreibt einen Zwischenort, halb wach, halb schlafend. Eine Schwelle, an der zwei psychische Zustände miteinander kommunizieren. Wo Halluzinationen in die wirkliche Welt diffundieren und die Realität wiederum den Traumzustand kontaminiert.
Für seine dritte Ausstellung in der Konrad Fischer Galerie artikuliert David Douard ein schwebendes Universum, in dem sich die emblematischen Elemente seines Werks entfalten. Florale und vegetabile Formen, Masken und Elemente der Sprache in Form von Gedichten fügen sich zu Amalgamen zusammen und entfalten eine geradezu beunruhigende und zugleich intime Energie. Materialien wie Epoxidharz, Keramik, Plastik, Holz, Aluminium oder Glas erzeugen dabei eine überraschend harmonische Dynamik.
Die wuchernden Formen schwingen als Dialog durch den Raum. Die Skulpturen, an denen Aluminiummasken und Glaskugeln befestigt sind, verflechten sich mit sanften metallischen Zeichnungen. Sie erzeugen ein Echo und finden ihren Weg in die zeichnerischen Gesten der Gemälde. Die Rahmen erinnern unterdes an die Sockel, auf denen sich einige der Skulpturen entfalten, und schaffen so ein subtiles Spiel der Entsprechungen. Immer wiederkehrend, das Raster der Maschendrahtzäune, das Holz der Sockel und Linie, die sich als verbindende Elemente durch den Großteil der Arbeiten in der Ausstellung ziehen.
Die gesamte Ausstellung bietet eine hochverdichtete Reflexion über die Praktiken von Skulptur, Malerei, Fotografie und Zeichnung, indem sie Dialoge zwischen den Genres kreiert und auf diese Weise die Wahrnehmung der BetrachterInnen forciert und mobilisiert. Wie in einem Tagebuch nimmt David Douard Erinnerungen und Eindrücke auf, verschmilzt diese mit persönlichen Gegenständen, gefundenen Objekten, mit Musik und Lyrik, die er auf seinen Spaziergängen durch die Banlieu aufsaugt und sammelt.
Dank an
Marion Chaillou, Carole Douard, Lou Ferrand, Sophie Giraux, Konstantinos Kyriakopoulos, Edward Lane, Claire Pedot, Mathilde Raimond, Pierre Seiter, Pascale Theodoly, Jeanne Theodoly-Douard, Paul Theodoly-Douard.
David Douard (geb. 1983 in Perpignan) lebt und arbeitet in Paris. Seine Arbeit basiert auf Sprache, die er wie ein wandelbares, zirkulierendes Material behandelt. Aus literarischen, poetischen und volkstümlichen Quellen schöpfend - oft inspiriert von digitalen Kontexten - verwandelt er Texte in skulpturale und räumliche Formen. Sprache kehrt in seine Arbeiten als etwas Instabiles und Verkörpertes zurück und verwandelt den Ausstellungsraum in eine hybride, kollektive Umgebung, geprägt von Kontamination, Fragmentierung und Affekt.
Douard erzeugt mit Skulpturen, Malereien und Installationen Umgebungen, die provisorisch, beschädigt oder infiziert erscheinen. Erst bei genauerem Hinsehen werden die zahlreichen Details einer einzelnen Arbeit sichtbar. Seine Werke ähneln oft prosthetischen Strukturen oder beeinträchtigten Körpern, in denen Oberflächen Spuren von Schreiben, Erosion und Unterbrechung tragen. Anstatt die digitale Kultur zu repräsentieren, bedient er sich ihrer psychologischen und sprachlichen Effekte und behandelt das Digitale als eine internalisierte Bedingung statt als sichtbares System.
Aus einer Generation stammend, die von der digitalen Kommunikation geprägt wurde, wird Douard häufig in die Nähe der post-digitalen Praxis eingeordnet. Er bleibt dabei jedoch von deren technologischen oder bildbasierten Tendenzen unabhängig.
Douard machte seinen Abschluss an der École nationale supérieure des Beaux-Arts de Paris in 2011.
Seit 2022 unterrichtet an der École nationale supérieure d'arts de Paris-Cergy. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen internationalen institutionellen Ausstellungen gezeigt, darunter das UCCA Dune Art Museum, Qinhuangdao; Serralves Museum, Porto; Irish Museum of Modern Art, Dublin; Palais de Tokyo, Paris; Fridericianum, Kassel; Sculpture Center, New York; and Astrup Fearnley Museet, Oslo. Douard war auf zahlreichen internationalen großen Biennalen vertreten darunter Lyon, Taipei, Gwangju, und Belgrad. Von 2017-2018 war Douard Stipendiat der Französischen Akademie in Rom - Villa Medici. 2017 wurde er mit dem Fondazione Ettore Fico Prize ausgezeichnet.
Arbeiten des Künstlers befinden sich weltweit in bedeutenden öffentlichen Sammlungen, darunter im ICA Miami; Long Museum West Bund, Shanghai; Collection Pinault, Paris; Musée d'Art Moderne de Paris; and CNAP, Paris; Centre Pompidou, Paris.
