Edith Dekyndt at Dhondt-Dhaenens, Deurle, Belgium

Die Einzelausstellung „It could be James on the beach. It could be. It could be very fresh and clear.“ von Edith Dekyndt nimmt eine Begegnung zwischen James Ensor und Albert Einstein an der belgischen Küste zum Ausgangspunkt. Kuratiert von Martin Germann, reflektiert die Ausstellung diesen Moment anhand der wenigen fragilen Fotografien, die von dem Treffen erhalten sind – Bilder, die später Robert Wilson und Philip Glass zu ihrer Oper Einstein on the Beach inspirierten. Im Zentrum steht Ensors Gemälde Still Life with Chinoiseries aus der Sammlung der Galerie, das importierte Stoffe, Keramiken und dekorative Objekte zeigt und damit eine westliche Sicht auf ferne Kulturen veranschaulicht.

 

Im Dialog mit Ensors Werk versammelt Dekyndt ein Ensemble von Objekten, darunter Schleier mit Spuren abgerissener Tapeten, Textilien, chinesische und japanische Keramiken sowie Meeresorganismen. Diese Materialien verweisen auf Themen wie Mathematik, den Verlauf der Zeit und die atomare Katastrophe von Hiroshima. Eine zentrale Arbeit der Ausstellung ist ein lokal gewebter Vorhang, inspiriert von Mustern japanischer Kimonos – Motive, die sich im Moment der Atombombenexplosion in die Haut der Opfer von Hiroshima einbrannten. Zart und zugleich verbrannt erinnert das Textil an den Augenblick, in dem die Bombe Materie zu Asche reduzierte.

 

Zwischen Ensor und Einstein positioniert, zeichnet die Ausstellung eine stille, aber tiefgreifende Verschiebung nach: von einer durch koloniale Sichtweisen geprägten Welt hin zu einer modernen Epoche, in der wissenschaftlicher Fortschritt das Potenzial für immense Zerstörung in sich trägt. Anstatt sich als lineare Erzählung zu entfalten, verleiht Dekyndts Ausstellung diesem Übergang Gestalt durch die physische Präsenz der Objekte, die zeitlichen Qualitäten der Materialien und die nachhallende Stille, die sie hinterlassen.

1 February – 17 May 2026