Magnus Plessen Deutschland, 1967

Magnus Plessen’s Malerei bewegt sich in einem fließenden Grenzbereich zwischen Abstraktion und Darstellung. Seine Praxis ist geprägt von einer kontinuierlichen Untersuchung von Wahrnehmung, Struktur, Materialität und Vergänglichkeit und führt zu Arbeiten, die die Bedingungen des Sehens ebenso thematisieren wie die Instabilität von Form. Innerhalb seines Œuvres greift Plessen auf ein breites Spektrum malerischer Strategien zurück und verbindet additive und subtraktive Verfahren zu Bildfindungen, die gleichermaßen Präsenz wie Auslöschung registrieren. 

Der charakteristische Ausdruck seiner Arbeiten entwickelt sich aus einer systematischen Bearbeitung der Bildfläche. Farbe wird aufgetragen und wieder abgenommen; dabei treten verdichtete Formpassagen in Spannung zu ausgeprägten Zonen negativer Fläche. Entschlossene Pinselzüge, Schabungen und freigelegte Farbschichten halten den physischen Entstehungsprozess sichtbar, sodass Prozess und Bild untrennbar miteinander verbunden bleiben. Die daraus hervorgehenden Kompositionen entfalten einen präzisen, synkopierten Rhythmus, in dem sich Formen ebenso zusammenfügen wie wieder auflösen. 

Plessens Ansatz ist grundlegend phänomenologisch. Anstelle mimetischer Beschreibung zielt seine Malerei auf die Artikulation der Unmittelbarkeit von Wahrnehmung und der Flüchtigkeit emotionaler Erfahrung. Figuren und Motive treten hervor und verschwinden zugleich, oszillierend zwischen Stillstand und Bewegung. Bildgründe werden häufig aufgelöst oder ganz zurückgenommen und hinterlassen atmosphärische Spuren, die an retinale Nachbilder erinnern. Auf diese Weise betonen die Arbeiten die Kontingenz des Sehens und die Instabilität von Repräsentation und verorten die Betrachtenden in einem permanent sich wandelnden Wahrnehmungsfeld. 

Magnus Plessen wurde 1967 in Hamburg geboren. Sein Werk war Gegenstand bedeutender Einzelausstellungen, unter anderem im Rose Art Museum der Brandeis University, Massachusetts (2014), im Art Institute of Chicago (2005), im Centre Pompidou, Paris (2004), im K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf (2002), sowie im MoMA PS1, New York (2002). Darüber hinaus nahm er an wichtigen internationalen Gruppenausstellungen teil, darunter im Museu de Serralves, Porto (2007), in der Sammlung Goetz, München (2006), sowie an der 50. Biennale von Venedig (2003). Seit 2004 wird Plessen von der Konrad Fischer Galerie vertreten. 

Magnus Plessen lebt und arbeitet in Berlin.